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26.02.2026
18:52 Uhr
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Care-Arbeit ist ein gut gemeinter Begriff, im richtigen Kontext. Im falschen kann er die Beziehung zum Kind belasten. Es ist so: Das eine ist Logistik, das andere Liebe.

Was für ein Tag. Ich lasse mich in das 31 Grad warme Wasser des Außenpools sinken, das Heilwasser schmeckt mineralisch auf den Lippen – und ich fühle mich schrecklich. Zwei Videokonferenzen, eine harte Deadline, dazu Streit am frühen Morgen wegen eines falsch geschmierten Frischkäsebrots – und ein darauffolgender Kita-Streik meiner Tochter. Zwei Punkte auf der To-do-Liste abgehakt, drei neue Aufgaben identifiziert und mindestens fünf vergessen. Keine Zeit fürs Mittagessen, stattdessen Termine für Logopädin und Kinderärztin ausmachen. Dann schnell den Computer zuklappen und die Kinder ins Schwimmtraining bringen. Während die Kinder für das Freischwimmerabzeichen trainieren und wie junge Robben nach roten Plastikringen tauchen, halten sich die Eltern erschöpft am Beckenrand fest und reden darüber, was sie heute alles wieder nicht geschafft haben. Erwerbsarbeit und Care-Arbeit, Kinder und Karriere … es ist – ganz schön viel. Dann beginnen die Luftblasen zu blubbern und es wird kurz still.