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10.02.2026
15:44 Uhr
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In den Dreißigern entdeckte eine US-Werbeagentur Fake News als Geschäftsmodell für sich – und veränderte das Wesen von Debatten für immer. Ihr erstes Opfer: ein Demokrat.

Kaum jemand kennt ihre Namen, doch sie prägen die politische Kultur der Vereinigten Staaten bis heute: Im Jahr 1933 gründeten Clem Whitaker und Leone Baxter eine Beraterfirma, die ihr Programm unverhüllt im Namen trug – Campaigns Incorporated. Whitaker hatte, bevor er eine Nachrichtenagentur aufbaute, als Journalist für den Medienmogul Randolph Hearst gearbeitet, der aus seiner Begeisterung für Hitler und Mussolini keinen Hehl machte. Leone Baxter, die in den Zwanzigerjahren ebenfalls journalistisch tätig war, wurde nach Jahren der Zusammenarbeit Whitakers Frau. Gemeinsam schufen sie, wie die US-Historikerin Jill Lepore schreibt, "das erste politische Beratungsunternehmen der Weltgeschichte". Zunächst bediente es nur Kunden aus der Wirtschaft, doch schon bald spezialisierte es sich auf Wahlkampagnen. So wurde das Jahr 1934 zur Zeitenwende: Whitaker und Baxter leiteten einen grundstürzenden Wandel in der Art und Weise ein, wie in den USA Wahlkämpfe geführt, Themen platziert und politische Debatten ausgefochten werden.