Zeit 12.12.2025
20:33 Uhr

(+) CSU-Parteitag: Der Dämpfer


Nicht geliebt, aber respektiert: Markus Söder erhält bei der Wahl zum CSU-Chef sein schlechtestes Ergebnis. Kann er sich im Kampf gegen die AfD noch mal neu erfinden?

(+) CSU-Parteitag: Der Dämpfer
In der ersten Reihe kann Markus Söder eine gewisse Enttäuschung nicht verbergen. Ob er die Wiederwahl zum CSU-Vorsitzenden annehme, fragt ihn der Tagungsleiter. "Ja, ich bedanke mich für das Vertrauen, danke schön", schnoddert Söder in ein Mikrofon, das ihm seine Forschungsministerin Doro Bär etwas unbeholfen unter die Nase hält. Dann setzt er sich, holt sein Handy heraus, tippt darauf herum. Bitte weitergehen, hier ist nichts geschehen. Ist es ja auch nicht, einerseits: Söder bleibt der Chef. 83,6 Prozent der Delegierten haben ihn gewählt. Andererseits: Das ist das schlechteste Ergebnis seiner fast sieben Jahre dauernden Amtszeit. Bei der letzten Wahl 2023 waren es noch 96,56 Prozent. Und beim ersten Mal im Jahr 2019, als Söder sich gerade erst in einem harten Machtkampf gegen seinen Vorgänger Horst Seehofer durchgesetzt hatte, immerhin 87 Prozent.