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02.02.2026
19:56 Uhr
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Mehrheiten ohne AfD? Das wird schwierig nach den Wahlen im Osten. Unsere Autorin ist in der CDU. Sie verlangt von ihrer Partei, über die Linke endlich neu nachzudenken.

Im September könnten es die Parteien extrem schwer haben, Mehrheiten ohne die AfD zu finden. Umfragen ergeben sowohl für Sachsen-Anhalt als auch Mecklenburg-Vorpommern, dass CDU und SPD dabei nicht ohne die Linkspartei auskämen. Doch Bündnisse mit der Linken sind in der Kanzlerpartei tabu. Nora Zabel kennt die CDU in ihrer mecklenburgischen Heimat genau. Die Autorin, Podcasterin und Mitarbeiterin einer CDU-Abgeordneten rät ihrer Partei in diesem Gastbeitrag, umzudenken – und argumentiert mit Adenauer. Über das alte Mecklenburg soll der Reichskanzler Otto von Bismarck einmal gesagt haben: "Wenn die Welt untergeht, ziehe ich nach Mecklenburg, denn dort geschieht alles 50 Jahre später." Ob dieses Zitat tatsächlich von ihm stammt, ist historisch nicht belegt. Und doch passt es erstaunlich gut zum Land. So gut, dass selbst der frühere sozialdemokratische Ministerpräsident Harald Ringstorff den alten Bismarck ab und an herauskramte, das letzte Mal im Jahr 2007. Schaut man sich die Umfragen aus jenem Jahr an, schien in Mecklenburg-Vorpommern tatsächlich vieles noch so zu laufen, wie man es aus der alten Bundesrepublik von vor 50 Jahren kannte: CDU und SPD kamen gemeinsam auf um die 60 Prozent, der rechtsextreme Rand in Form der NPD war einstellig, einmal sogar unter fünf Prozent. Die Arbeitslosenquote lag damals bei 16,5 Prozent.