|
20.02.2026
10:14 Uhr
|
Die CDU ist an der Macht, aber erschöpft. Der Politikwissenschaftler Jan-Werner Müller empfiehlt der Christdemokratie, sich an ihren Ursprung zu erinnern.

An diesem Freitag beginnt der Programmparteitag der CDU. Zeit für eine Kursbestimmung: Was ist heute noch das Besondere an der Christdemokratie, und wie lässt sie sich gegen Rechtspopulisten verteidigen? Jan-Werner Müller, einer der weltweit renommiertesten Demokratieforscher, hat einen Vorschlag. DIE ZEIT: Herr Müller, die CDU sucht nach einem Kurs, mit dem sie sich gegen die AfD behaupten und ihre Position als quasi natürliche deutsche Regierungspartei behaupten kann. Wird ihr das gelingen? Jan-Werner Müller: Es ist ja viel von der Krise der Sozialdemokratie die Rede, doch wenn man Leute auf der Straße fragt: "Was ist eigentlich Sozialdemokratie?" fallen denen, denke ich, immer noch ein paar Sachen ein. Aber wenn Sie heute in Deutschland, den Niederlanden oder Italien fragen würden, was eigentlich die Christdemokratie ist, dann würden Sie, vermute ich, Achselzucken erwarten. Es gibt eine gewisse Erschöpfung der Christdemokratie, was Ideen und Politikentwürfe angeht. Nicht nur in Deutschland, und nicht erst jetzt.