Zeit 15.01.2026
09:16 Uhr

(+) Brandmauer: "Als Bürgerliche lehnen wir das ab"


Der CDU-Vordenker Andreas Rödder hält den bisherigen Umgang mit der AfD für einen Fehler. Für ein Verbotsverfahren zeigt er sich aber offen.

(+) Brandmauer:
DIE ZEIT: Herr Rödder, Sie fordern in einem neuen Strategiepapier, die Brandmauer zur AfD durch rote Linien zu ersetzen. Was ist der Unterschied? Andreas Rödder: Die Brandmauer schließt Menschen aus und lässt sie auch nicht wieder zurück. Und sie verhindert die inhaltliche Auseinandersetzung. Rote Linien markieren Sachthemen. Dabei gibt es zwei Sorten von Grenzen. ZEIT: Welche sind das? Rödder: Auf der einen Seite sind es die Grenzen, die unsere Verfassung vorgibt. Die Würde des Menschen und das Demokratieprinzip zum Beispiel sind unverhandelbar. Innerhalb dieses verfassungsmäßig Zulässigen wiederum gibt es rote Linien, die das politisch Zustimmungsfähige abgrenzen und an denen Bürgerliche politisch streiten sollten. Dabei geht es nicht um Bedingungen für Koalitionen, sondern um die Grundlagen einer vitalen öffentlichen Debatte, die robust streitet, statt pauschal auszugrenzen. Sie ist die Herzkammer der Demokratie.