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01.03.2026
19:38 Uhr
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Unberechenbarkeit und kaum Stabilität. Für Kinder von Borderline-Erkrankten kann das Familienleben zur Hölle werden. Aber Hilfe ist möglich.

Dieser Artikel ist Teil von ZEIT am Wochenende, Ausgabe 09/2026. Manchmal, erzählt C.*, möchte sie einfach nur gestreichelt werden. Den Kopf in den Schoß der Mutter legen, die ihr zärtlich durch die Haare fährt. Zum Beispiel weil sie in der Schule von einem Mitschüler geboxt wurde. Doch sie könne sich auf den Trost der Mutter nicht verlassen. "Mama sagt dann einfach: Ich kann jetzt nicht, bitte lass mich." Sie gehe dann in ihr Zimmer und tröste sich mit Schokolade. "Ich weiß, warum Mama mich nicht gestreichelt hat, das ist die Krankheit. Aber ich bin trotzdem enttäuscht", sagt die 13-Jährige. Sie spricht sehr leise, zurückhaltend. "Manchmal ist Mama auch zärtlich zu mir, aber ich weiß nie, wann das ist."