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27.02.2026
07:33 Uhr
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Während andere Nationen ihre klügsten Köpfe in die Raumfahrt oder KI-Start-ups stecken, pflegt Deutschland ein anderes Refugium der Ingenieurskunst: den Eiskanal.

Früher, als es noch kein Freestyle Skiing und keinen Double Cork Onehundredeighty gab, dachte man an den Dieselmotor, den Zuse-Computer, den Porsche 911 oder wenigstens an den einarmigen Korkenzieher, wenn von der deutschen Ingenieurskunst die Rede war. Heute jedoch weiß man: Ihr letztes Refugium ist der Eiskanal. Dort, wo bei minus acht Grad Celsius Männer und Frauen in hautengen Anzügen in Hightech-Kisten Platz nehmen, findet sich der einzig verbliebene Hort germanischer Tüftelei – im deutschen Bob. Während andere Nationen ihre klügsten Köpfe in Raumfahrtprogramme, KI-Start-ups oder zumindest in funktionierende Züge stecken, zerbricht man sich hierzulande den Kopf darüber, ob man die Kufe um 0,003 Millimeter anders fräsen kann, um in Kurve sieben ganze zwei Hundertstelsekunden herauszuholen. Angewandte Thermodynamik im Dienst des Medaillenspiegels.