Zeit 23.11.2025
15:15 Uhr

(+) Bipolare Störung: Und dann beschloss ich, Managerin meiner Erkrankung zu werden


Sie erlebt tiefe Depression und Phasen, in denen sie kaum zu bremsen ist. Unsere Autorin hat eine bipolare Störung. Sie erzählt, wie sie die Krankheit in den Griff bekam.

(+) Bipolare Störung: Und dann beschloss ich, Managerin meiner Erkrankung zu werden
Dieser Artikel ist Teil von ZEIT am Wochenende, Ausgabe 47/2025. Zwei Uhr morgens. Ich scrolle durch die Anzeigen. Drei Wanduhren habe ich schon gekauft. Und was sehe ich da? Eine Metamec-Sunburst von 1960! Muss ich haben! Bis jetzt habe ich mich noch nie für Wanduhren interessiert. Aber plötzlich ist da dieses Verlangen, das mich überkommt. Kaufrausch, galoppierende Gedanken, Schlaflosigkeit. Es sind Warnsignale. Ein Teil meines Bewusstseins gibt sich der Obsession hin, der Beschleunigung, den intensiven Gefühlen. Der andere Teil bleibt wachsam. Behält die Finanzen im Blick. Und bringt mich um 2.30 Uhr ins Bett. Gerade noch mal gut gegangen. Doch ich weiß: In den nächsten Tagen muss ich entschleunigen, muss auf meinen Schlaf achten. Ich kenne mich gut. Denn ich lebe mit einer bipolaren Störung, seit 28 Jahren.