|
30.09.2026
19:50 Uhr
|
Ein Berufungsgericht senkt das Urteil für Maja T. Die Haft könnte T. in Deutschland verbüßen. Dort brechen derweil andere Beschuldigte im Budapest-Komplex ihr Schweigen.

Sie hatten sich mehr erhofft. Ein Freispruch, das sei unrealistisch, sagte der Vater von Maja T., Wolfram Jarosch, noch vor Beginn der Berufungsverhandlung in Budapest. Aber er hoffe auf Milde und darauf, dass sein Kind »endlich aus Ungarn rauskommt«. Als der Vorsitzende Richter zwei Stunden später das Urteil spricht, schließen sowohl Jarosch als auch T. kurz die Augen. Sieben Jahre statt ursprünglich acht, heißt es. Vater und Kind pressen die Lippen zusammen. Anfang Februar war T. das erste Mal wegen gefährlicher Körperverletzung und Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung in Ungarn verurteilt worden. Die Höhe der Strafe hatte zunächst viele überrascht. Immerhin hatte die Staatsanwaltschaft bis zu 24 Jahre gefordert, außerdem Zuchthaus, zur »Abschreckung«. Gleichzeitig waren es mehr als die fünf Jahre, die eine linke Aktivistin in Deutschland bekam, der ebenfalls Angriffe in Budapest vorgeworfen wurden.