Zeit 29.09.2026
11:04 Uhr

(+) Bertha-von-Suttner-Schule: Hat diese Brennpunktschule in Hessen die Lösung für die Bildungskrise?


Migranten mit schlechtem Deutsch, Kinder mit schlechten Aussichten – aber ein großer Teil besteht das Abitur. Wie die Bertha-von-Suttner-Schule das geschafft hat

(+) Bertha-von-Suttner-Schule: Hat diese Brennpunktschule in Hessen die Lösung für die Bildungskrise?
Als Ute Zeller vor zwanzig Jahren an »die Bertha« kam, traf sie auf ein vollkommen zerstrittenes Kollegium. Zwei Lager hatten sich unter den Lehrern gebildet, die sich unter keinen Umständen begegnen wollten. Also zogen die Pädagogen eine Mauer durch das Lehrerzimmer, eine echte Mauer. Auf jeder der beiden Seiten verwaltete man den Niedergang. Der Ruf der größten Integrierten Gesamtschule Hessens war schlecht, die Oberstufe hatte so wenig Schüler, dass sie kurz vor der Schließung stand. Auch heute kommen noch Schüler, die zur fünften Klasse auf die Bertha-von-Suttner-Schule Mörfelden-Walldorf wechseln, schulmüde, frustriert und enttäuscht hier an. Lehrer beobachten zunehmende Defizite im Rechnen und Lesen. Der Anteil an Kindern mit Migrationsgeschichte liegt bei 70 Prozent. Und selbst viele von denen, die in Deutschland geboren wurden, sprechen zu Hause Türkisch, Arabisch oder Rumänisch. Voraussetzungen, an denen zahlreiche Schulen in der Republik scheitern. Schulleiterin Ute Zeller und ihr inzwischen runderneuertes Kollegium haben an der Bertha aber etwas fast Unerhörtes geschafft: Nur rund 15 Prozent der Fünftklässler kommen mit einer Gymnasialempfehlung an die Schule, doch viel mehr erreichen am Ende das Abitur. Im Jahrgang 2025/26 waren es rund 40 Prozent. Es ist, als hätten sie hier ein Rezept entdeckt, gegen die Bildungskrise, gegen die Ratlosigkeit.