Zeit 28.02.2026
16:29 Uhr

(+) Berlinale und Tricia Tuttle: Diese Stimmen sollte ein Kulturstaatsminister nicht überhören


Auch israelische Filmemacher solidarisieren sich mit Berlinale-Chefin Tricia Tuttle, der ein "Antisemitismusskandal" nachgesagt wird. Weiß Wolfram Weimer, was das heißt?

(+) Berlinale und Tricia Tuttle: Diese Stimmen sollte ein Kulturstaatsminister nicht überhören
Man neigt ja inzwischen dazu, ermüdet abzuwinken, wenn Menschen aus dem Tätigkeitsfeld der kulturellen Produktion einmal wieder einen offenen Brief unterzeichnet haben, nicht zuletzt und insbesondere, wenn es darin um den Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern geht und um den Krieg in Gaza. Aber es gibt nun doch einen offenen Brief, der von Interesse ist, darum sei er an dieser Stelle besprochen. Eine Gruppe von israelischen Filmemachern hat sich an den deutschen Bundeskulturstaatsminister Wolfram Weimer gewandt. In ihrem offenen Brief erklären die Unterzeichner ihre unbedingte Solidarität mit der Leiterin der Berlinale, Tricia Tuttle. Weimer hatte nach dem Ende der diesjährigen Ausgabe des Filmfestivals kurzfristig für den vergangenen Donnerstag eine außerordentliche Aufsichtsratssitzung des Berlinale-Trägers Kulturveranstaltungen des Bundes GmbH (KBB) zur künftigen "Ausrichtung" des Festivals einberufen. Damit hatte er, ob gewollt oder nicht, Tuttles Rolle infrage gestellt. Parallel hatte am Mittwoch die Bild-Zeitung über eine angeblich geplante Abberufung Tuttles berichtet. Auslöser sei unter anderem gewesen, dass ein Foto aufgetaucht war, auf dem Tuttle während der Berlinale mit der Crew des Films Chronicles From the Siege des palästinensisch-syrischen Regisseurs Abdallah Alkhatib posiert hatte und auf dem Mitglieder des Ensembles Palästinaflaggen zeigten und Kufiyas trugen. Die Bild-Zeitung schrieb von "Propagandaposen" und einem angeblichen "Antisemitismusskandal".