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04.03.2026
18:13 Uhr
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Tricia Tuttle wird die Berlinale weiter leiten, das steht nun fest. Unklar ist allerdings, welche Vorgaben ihr Kulturstaatsminister Wolfram Weimer machen könnte.

Nun ist es raus: Die Berlinale-Leiterin Tricia Tuttle will und wird im Amt bleiben. Das wurde nach der Aufsichtsratssitzung der KBB (Kulturveranstaltungen des Bundes) öffentlich. Bereits am Dienstag hatte Tuttle in einem Interview mit der dpa gesagt, sie wolle gemeinsam mit ihrem Team die Arbeit fortsetzen, "in vollem Vertrauen und mit institutioneller Unabhängigkeit". Weshalb musste die Berlinale-Chefin diese doch eigentlich selbstverständliche Unabhängigkeit der Berlinale eigens erwähnen? Dass diese Formulierung keine Sprachhülse ist, erklärten die politisch und medial turbulenten vergangenen Tage: Tricia Tuttle hat ein Festival im politischen Spannungsfeld des Nahostkonflikts bewältigt. Auf Pressekonferenzen und in einem offenen Brief von 80 Filmschaffenden war die Forderung erhoben worden, dass sich die Berlinale zu Gaza positionieren müsse, auf der Preisverleihung gab es propalästinensische Statements. Tuttle erledigte schlichtweg ihren Job, mit Haltung: Über zehn Festivaltage hinweg verteidigte sie einerseits die Berlinale als Ort der freien Meinungsäußerung und andererseits das Recht von Künstlern, sich politischer Statements zu enthalten. Sie verwehrte sich gegen Hass, Propaganda und Desinformation. Danach schien der Sturm erst einmal vorbei.