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16.02.2026
19:58 Uhr
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Zwei Filme bewegen das Berlinale-Publikum: "Heysel 85" über die tödliche Katastrophe im Brüsseler Fußballstadion und "Ich verstehe Ihren Unmut" über prekäres Arbeiten.

Heike ist immer außer Atem. Ehe sie anderen erklärt, was zu tun ist, macht sie es lieber selber. Aber sie kann nicht alles selber machen. Weshalb sie dauernd vor dem Zusammenbruch steht. Sie ist eine ungewöhnliche Protagonistin für einen deutschen Spielfilm: eine 59-jährige Objektleiterin im Reinigungsgewerbe, eine Frau ohne große Zukunft, aber immer in Bewegung. Ihre Leute putzen in Kindergärten, Krankenhäusern, Kantinen; ohne sie wären die Kindergartenplätze, Krankenhausaufenthalte, Kantinenpreise noch höher. Heikes Leben besteht aus Erledigungen und, da alles schnell gehen muss, aus zwangsläufigem Pfusch. Die Putzkräfte verdienen zu wenig, die Hygiene ist unzureichend, die auftraggebenden Unternehmen stehen vor dem Bankrott. Und Heike muss zwischen allen vermitteln. Meist nimmt sie die Beschwerden ihrer Auftraggeber im Auto entgegen, auf der Fahrt zum nächsten Krisenort, und in diesen Gesprächen benutzt sie aus reiner Hilflosigkeit die Floskel "Ich verstehe Ihren Unmut".