Zeit 05.01.2026
14:40 Uhr

(+) Belastung: Woran erkennt man, wenn einem eine Last zu schwer wird?


Bei Kränen planen Ingenieure immer eine Reserve ein. Ihre Hebelast wird nie voll ausgeschöpft. Und wie ist das beim Menschen?

(+) Belastung: Woran erkennt man, wenn einem eine Last zu schwer wird?
Im Mai 2020 liegt das Offshore-Spezialschiff Orion I im Rostocker Überseehafen. Sein Schwerlastkran soll eine 5.500 Tonnen schwere Schute anheben. Es ist nur ein letzter Belastungstest. Doch die Schute schwebt noch nicht in der Luft, da reißt der Haken ab. Sofort schwingt der 160 Meter lange Tragarm des Krans wie ein Katapult nach unten, und der Kran fällt krachend in sich zusammen. "Eigentlich müssen alle Teile eines Krans so dimensioniert sein, dass sie ungefähr gleich belastbar sind", sagt Wolfgang Beringer. Der Wirtschaftsingenieur arbeitet seit 35 Jahren beim Kranhersteller Liebherr, aber so etwas hatte er noch nicht erlebt. "Doch wie bei einer Kette ist das schwächste Glied entscheidend." Bei der Orion I war das der Haken. Er war gebrochen.