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26.02.2026
18:54 Uhr
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Seit 17 Jahren besucht Ingrid Rasch die Beerdigungen fremder Menschen, zu denen sonst niemand kommt. Dabei lernt sie viel über das Leben.

Auf dem Weg zum Grab frage ich mich manchmal: Was hat dieser Person wohl Freude bereitet? Der Südfriedhof in Köln ist wie ein Park angelegt, mit einer Allee, friedlich und grün. Am Eingang liegt rechts die Trauerhalle, davor hängt eine schwere Glocke, sie wird am Anfang einer Beerdigung geläutet. Gibt es keine Angehörigen, werden die Verstorbenen meist in einer Urne bestattet, das ist günstiger als eine Bestattung im Sarg. Bis zur Grabstätte muss man knapp einen Kilometer gehen. Über die Verstorbenen kenne ich oft nur die harten Fakten: den Namen, das Alter. Vielleicht noch, ob die Person in einem Altenheim gelebt hat.