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03.12.2025
17:48 Uhr
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Im ersten NSU-Prozess schwieg sie. Im Prozess gegen ihre einstige Freundin sagt Beate Zschäpe nun aus. Sie gibt sich reumütig – bis ihr heikle Fragen gestellt werden.

Die Frage, wie sie sich auf den heutigen Tag vorbereitet hat, scheint Beate Zschäpe zu irritieren. "Hätte ich mich vorbereiten sollen?", fragt Zschäpe die Vorsitzende Richterin zurück. "Ich dachte, am besten bin ich, wenn ich frei spreche." Als sie das sagt, ist im Saal des Oberlandesgericht Dresden ein leises Lachen unter den Zuschauenden zu hören. Denn dass Zschäpe selbst spricht, vor einem Gericht direkt auf Fragen antwortet, ist alles andere als selbstverständlich. Im ersten NSU-Prozess zwischen 2013 und 2018 hatte die heute 50-jährige verurteilte Rechtsterroristin die meiste Zeit geschwiegen und ließ von ihren Anwälten vor allem schriftliche Erklärungen verlesen. Sämtliche Fragen der Nebenklage beantwortete sie nicht. Doch jetzt will sie es anders machen.