Zeit 02.10.2026
17:36 Uhr

(+) Bäuerinnen in der Schweiz: Kein Land für Bäuerinnen


Viele Bauernhöfe würden ohne Frauen nicht funktionieren: Sie melken, ernten, machen die Buchhaltung. Warum aber werden nur so wenige Betriebe von ihnen geführt? 

(+) Bäuerinnen in der Schweiz: Kein Land für Bäuerinnen
Sie müsse noch »hurti« einen Instagram-Post machen, um ihr Säuli-Fleisch zu bewerben, sagt Anna Böhlen zur Begrüßung und setzt sich an den Tisch im Laubengang ihres Hauses. »Hurti«, das berndeutsche Wort für »schnell«, wird an diesem Vormittag oft fallen. Hurti zieht Böhlen ihre Arbeitshose an und schnürt die schweren Schuhe. Hurti parkiert sie zwei Traktoren um, hurti klebt sie ihrem Sohn ein Pflaster aufs Knie, wässert Bäume und rammt Pfähle für den Schweinezaun in den steinigen Boden. Anna Böhlens Hof Muriboden liegt in Riggisberg im Berner Mittelland. Auf 15 Hektaren wachsen Dinkel, Leinen, Linsen und Hafer. Im 120 Jahre alten Stall sind fünf Mutterkühe mit ihren Kälbern untergebracht, draußen suhlen sich die Schweine. Die 38-Jährige lebt hier mit ihrem Mann, den drei Kindern zwischen drei und acht Jahren sowie den eigenen Eltern. Drei Generationen im selben Haushalt, so wohnen viele Bauernfamilien. Aber anders als bei den meisten führt im Muriboden eine Frau den Hof.