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28.11.2025
18:55 Uhr
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Die BBC hat eine Behauptung des Historikers Rutger Bregman über Donald Trump nicht gesendet. Aus Angst vorm US-Präsidenten, sagt Bregman. Das kann man auch anders sehen.

Er könne kaum in Worte fassen, wie schockiert er sei, sagt Rutger Bregman. Die BBC, so behauptet der niederländische Historiker auf X, habe "aus Angst" vor Donald Trump einen Beitrag von ihm "zensiert", in dem Bregman den US-Präsidenten als den "am offensten korrupten Präsidenten der amerikanischen Geschichte" bezeichnete. Die Angelegenheit sei ernst und groß, sagte Bregman. Denn: "Demokratien kollabieren nicht über Nacht. Sie erodieren schrittweise" – und zwar genau dann, wenn Institutionen vor den Mächtigen einknickten. Es ist eine harte Anklage gegen die BBC, und sie kommt in einem Moment, in dem der Sender sich immer noch der Drohung einer Milliardenklage durch Donald Trump ausgesetzt sieht. Die BBC hatte Anfang November eingeräumt, in einer Folge ihrer Investigativreihe Panorama die Rede Trumps am Tag des Sturms auf das US-Kapitol in Washington, D. C. am 6. Januar 2021 manipulativ geschnitten zu haben. Dadurch hatte es so ausgesehen, als habe Trump seine Anhänger unmittelbar zur Gewalt aufgerufen. Unter anderem dieser "Fehler", wie die BBC ihn selbst nannte, führte vor wenigen Wochen zum Rücktritt des Intendanten und der Nachrichtenchefin. Das alles reicht Trump aber nicht. Seine Ankündigung, die BBC auf zwischen einer und fünf Milliarden US-Dollar Schadenersatz zu verklagen, hat er bisher nicht zurückgenommen.