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28.02.2026
11:59 Uhr
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Ob Bundeskanzler oder Pendlerin: Schon seit dem 2. Oktober 1946 wird im Auto telefoniert. So nutzt man seine Lebenszeit perfekt.

1946 erschien die erste Ausgabe DIE ZEIT. Wir feiern mit Menschen, Dingen und Ideen, die genauso alt sind wie wir – und die Welt bis heute bewegen. Autofahren und Telefonieren sind zwei Tätigkeiten, die sich perfekt ergänzen. Wie Wein trinken und Käse essen oder putzen und Podcasts hören. Darum ist das Erste, was ich tue, wenn ich nach der Arbeit aus der Tiefgarage fahre: jemanden anrufen. Autofahren ist ja an sich eher langweilig, gerade das tägliche Pendeln ist eine Tätigkeit, die man hinter sich bringen will. Am Telefonieren wiederum nervt mich oft, dass man nichts zu gucken hat, denn man sieht das Gegenüber ja nicht. Ich bin jemand, der deshalb bei längeren Gesprächen wie ein Zootier durch die Wohnung läuft; ich schaue hier aus dem Fenster, dann wieder dort. Beim Telefonieren im Auto haben meine Augen und Hände eine Aufgabe. Ich kann mich viel besser aufs Gespräch konzentrieren, und jede Ampel birgt die Chance, das Gespräch noch ein wenig zu verlängern.