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19.02.2026
08:42 Uhr
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Im Januar ist Ibrahim Akkuş an den Folgen des rassistischen Attentats gestorben. Jetzt spricht seine 20-jährige Tochter, die ihren Vater bis zum Schluss pflegte.

Vor sechs Jahren erschoss ein Attentäter in Hanau aus rassistischen Motiven neun Hanauer Bürger. Sie alle hatten Angehörige. Durch ihren Druck wurde seit der Tat weitreichendes Versagen von Polizei, Politik und Justiz aufgedeckt. Die Autorin dieses Beitrags steht mit einigen Angehörigen seit dem 19. Februar 2020 in Kontakt. Zum sechsten Jahrestag traf sie die Tochter von Ibrahim Akkuş, der schwer verletzt überlebte. Im Januar 2026 ist er gestorben. Sara Akkuş erzählt vom Leben ihres Vaters und dem Ende ihrer Jugend. Nach weniger als zehn Minuten unterbricht Sara Akkuş das Gespräch, sie muss dringend an die frische Luft. Die Trauer ist noch roh, der Vater ist am zehnten Januar gestorben. Akkuş, 20, spricht zum ersten Mal seit seinem Tod mit einer Journalistin. Ihre Antworten sind sehr bedacht, zwischendurch wird ihre Stimme zittrig. Sie öffnet die Tür der Räume der Initiative 19. Februar Hanau, geht auf die Straße. Sie sei wie in Trance, sagt sie. Sie realisiere noch gar nicht, was passiert ist. Gleich wird sie zurückkommen.