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29.11.2025
13:08 Uhr
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Zehn bis 40 Prozent der weltweiten Modeproduktion landen sofort im Müll. Die französische Marke Asphalte rebelliert: Sie fertigt nur auf Vorbestellung. Mit großem Erfolg

Bei seiner ersten Gründung war er noch gängigen Strickmustern gefolgt. Hatte eine Kollektion teurer Merinopullover entworfen, nach Herstellern gesucht, bei Messen herumgestanden, viel zu viele Teile produzieren lassen, gehofft, dass irgendjemand sie kauft, die Reste mit immer höheren Rabatten loszuschlagen versucht, Geld verloren. Damals, 2016, machte William Hauvette, Gründer des Pariser Strickwarenlabels Six et Sept, Bekanntschaft mit der Logik der Textilindustrie – einer Branche, die schöne Produkte anbietet, die auf unschönen Geschäftsprinzipien beruhen. Er erfuhr beispielsweise, dass ein neues Kleidungsstück im Schnitt bereits nach siebenmaligem Tragen in der Altkleidersammlung oder im Müll landet. Zehn bis 40 Prozent der weltweiten Modeproduktion werden nie getragen, sondern direkt von der Stange weg als unverkäuflich aussortiert und entsorgt. Insgesamt verwandeln sich so jedes Jahr 120 Millionen Tonnen Mode in Müll.