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17.02.2026
10:43 Uhr
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Immer wieder stellt die Merz-Regierung die Tüchtigkeit der Deutschen infrage. Sind wir häufiger krank oder fauler geworden? Weder noch, sagt der Historiker Winfried Süß.

Wann ist man zu krank für die Arbeit, wann sollte man sich zusammenreißen? Dieser Bewertungsmaßstab scheint sich in Deutschland angesichts von Rekord-Krankenständen zu verschieben – und mit ihm unsere Selbstwahrnehmung als Nation der Fleißigen und Pflichtbewussten. Winfried Süß ist Experte für Zeit- und Gesundheitsgeschichte und sagt: Der Vorwurf der Faulheit gegen die Deutschen ist weder neu noch begründet. DIE ZEIT: Herr Süß, haben Sie schon einmal krankgefeiert? Winfried Süß: Nein. Aber meine Arbeit als Wissenschaftler ist auch stark intrinsisch motiviert und ziemlich flexibel.