|
10.02.2026
14:44 Uhr
|
Leere Hörsäle ab Woche drei, verschämte Professoren: An vielen Unis bleiben die Studierenden fern. Der Bildungshistoriker Jürgen Overhoff hat Ideen, was sich ändern muss.

DIE ZEIT: Herr Overhoff, Sie haben die Beobachtung gemacht, dass immer weniger Studierende in die Seminare und Vorlesungen kommen. Was passiert da? Jürgen Overhoff: Zu Beginn kommen immer alle. Die wollen wissen, wie es läuft. In der zweiten Woche kommen schon sehr viel weniger, manchmal nur noch die Hälfte. Ab der vierten Woche kam jetzt im Wintersemester nur noch ein Drittel, ab der siebten, achten Woche war sogar nur noch ein Fünftel bis ein Sechstel der Angemeldeten da. ZEIT: Ist das zum Semesterende nicht normal? Overhoff: Gegen Ende des Semesters fehlte früher vielleicht mal ein Drittel. Dass jetzt schon früh so viele wegbleiben, ist etwas vollkommen Neues. Ich habe nichts dergleichen in den vergangenen 40 Jahren als Student, Dozent und Professor erlebt.