Zeit 28.11.2025
14:09 Uhr

(+) Anthropomorphismus: Haben Fahrzeuge eine Seele?


Ein Schiff wird mit Namen getauft, ein Fahrzeug liebevoll gestreichelt. Man kann die Vermenschlichung von Dingen belächeln – psychologisch erfüllt sie einen Zweck.

(+) Anthropomorphismus: Haben Fahrzeuge eine Seele?
"Schlaf gut, Paul!" Jeden Abend stellten sich Susanne und Martin mit ihren Eltern ans Küchenfenster ihrer Zweiraumwohnung in Leipzig und wünschten dem kleinen Auto im Hof eine gute Nacht. 25 Jahre – ein Vierteljahrhundert – hatte der Vater auf das Fahrzeug gewartet, so war das in der DDR. 1984 war die Ankunft eines Trabants ein Großereignis, fast wie die Geburt eines Brüderchens, Paul war hellblau lackiert. "Endlich waren wir mobil", erinnert sich der heute 58-jährige Martin Grunwald. Paul wurde Teil der Familie, ihm wurde dieselbe Fürsorge zuteil wie einem Geschwister.