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03.02.2026
18:11 Uhr
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Keine Granaten und Patronen, die Luftverteidigung desolat: Annette Lehnigk-Emden ist Chefeinkäuferin der Bundeswehr. Sie sagt: Die Rüstungskonzerne sind zu zögerlich.

DIE ZEIT: Frau Lehnigk-Emden, Sie sind die Präsidentin einer der berüchtigtsten Behörden des Landes. Das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung, das Beschaffungsamt der Bundeswehr, gilt als extrem schwerfällig und überbesetzt. Woher kommt der schlechte Ruf? Annette Lehnigk-Emden: Da muss man mit einem Vorurteil aufräumen: Wir denken uns nicht aus, was die Bundeswehr benötigt. Wir suchen die beste Lösung für das, was die Truppe braucht. Wir vergeben Aufträge an die Industrie. Wir selber legen keinen Bedarf und keine Mengen bei der Bestellung von Waffen fest. Wir sind die Stelle in der gesamten Bundeswehr, in der die Beschaffung nach außen sichtbar wird, und daher werden wir oft für vermeintliche Fehler verantwortlich gemacht, die wir gar nicht zu verantworten haben.