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23.12.2025
15:32 Uhr
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Anne Bouverot ist oberste KI-Beraterin von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron. Sie sagt: Europa braucht nicht in erster Linie große Firmen. Sondern Pionierforschung.

Die ehemalige Topmanagerin Anne Bouverot berät den französischen Präsidenten Emmanuel Macron zu künstlicher Intelligenz (KI). Sie ist Mitinitiatorin eines offenen Briefs, der mehr KI-Grundlagenforschung in Europa propagiert. DIE ZEIT: Madame Bouverot, beginnen wir mit einer grundsätzlichen Frage. Sie setzen sich dafür ein, dass Europa im Rennen um künstliche Intelligenz zu China und den USA aufholt. Müssen wir das denn unbedingt? Anne Bouverot: Ja. Denn es geht hier nicht um das Rennen an sich. Bei künstlicher Intelligenz handelt es sich um eine transformative Technologie, sowohl aus ökonomischer als auch aus gesellschaftlicher Perspektive. Wenn wir nur auf chinesische oder US-amerikanische Technologien setzen, werden wir ein Kontinent der Konsumenten sein. Wir brauchen eigene Wirtschaftszweige, eigene Unternehmen. Sonst werden wir es mit Chatbots zu tun haben, die ihre Vision der Welt propagieren.