Zeit 06.03.2026
15:58 Uhr

(+) Ankommen in Deutschland : "Ich vermisse meinen Lebensstandard"


Alpana, 58, lebt seit zehn Jahren in Ulm. Sie liebt die Work-Life-Balance und den respektvollen Umgang hier. In zwei Jahren möchte sie dennoch nach Indien zurückkehren.

(+) Ankommen in Deutschland :
Deutschland braucht dringend Fachkräfte aus dem Ausland. Doch wie geht es den Menschen, sobald sie in Berlin, Bremen oder Biberach leben? In unserer Serie "Angekommen" erzählen sie von Schwierigkeiten, Vorteilen und Vorurteilen. Zum Beispiel Alpana Gandhi, 58, die vor zehn Jahren für die Arbeit von Mumbai nach Ulm gezogen ist. Viele Inder träumen davon, nach Deutschland zu kommen. Bei mir war es anders, es hat sich eher spontan ergeben. Eine Möglichkeit, die ich wahrgenommen habe. Ich war gerade 48 Jahre alt, steckte mitten in einer komplizierten Scheidung und wollte meine Tochter und mich aus dieser Situation bringen. In meinem Beruf war ich eigentlich zufrieden. Ich arbeitete als Managerin bei einem IT-Dienstleister im Life-Science-Bereich, der einem großen deutschen Pharmaunternehmen zuarbeitet. Wir haben es bei der Dokumentation unterstützt. Es gab damals häufiger Probleme in der Kommunikation zwischen dem Sponsor und dem indischen Team, das ich leitete. Das Team in Indien hat zwar Ergebnisse zugesagt, den Sponsor aber bei Verzögerungen oder Problemen nicht informiert. Als eine Vertreterin aus Deutschland zu Besuch kam, beklagte sie sich über die schwierige Kommunikation. Sie bot mir an, nach Deutschland zu kommen und zwischen indischen Angestellten und dem Unternehmen zu vermitteln. Mein Vertrag war zunächst auf ein Jahr befristet. Mittlerweile bin ich seit zehn Jahren hier.