Zeit 05.12.2025
09:11 Uhr

(+) Alexander Kluge: "Wir müssen nach Umwegen suchen"


Wie erzählt man vom Unaussprechlichen, etwa vom Krieg in Gaza? Hier versucht es der große Intellektuelle und Filmemacher Alexander Kluge – und beginnt im Sand.

(+) Alexander Kluge:
Die USA nähmen sofort wieder Handelsgespräche mit Kanada auf - bestätigt Trumps Wirtschaftsberater Kevin Hassett auf Nachfrage. (Archivbild) (Foto: Alex Brandon/AP/dpa)
DIE ZEIT: Herr Kluge, Sie schreiben in Ihrem Buch, dass Sand kein Element, sondern ein Zustand sei. Was meinen Sie damit? Alexander Kluge: Sand ist ein eigenartiges Ding. Ich habe das erst richtig entdeckt, als ich mich an einer Ausstellung des Künstlers Thomas Demand in Paris beteiligte. Die Ausstellung hatte den Titel Sand der Zeit. Dabei fiel mir auf: Man sagt ja, auf Sand könne man nichts bauen – er gibt nach, er gehorcht nicht. Und doch ist er unglaublich beständig. Sand ist Millionen Jahre alt, stammt ursprünglich aus dem Meer, wird zu Gestein verdichtet, von Flüssen abgeschliffen und kehrt wieder zurück ins Meer. Die Körner selbst verändern sich kaum, sie bleiben, was sie sind.