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19.02.2026
17:31 Uhr
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Jeder Dollar für Entwicklung spare 103 Dollar Krisenhilfe, rechnet Alexander De Croo vor. Der neue Chef des UN-Entwicklungsprogramms will die UN effizienter machen.

Alexander De Croo, Jahrgang 1975, ist seit Dezember 2025 Direktor des UN-Entwicklungsprogramms (UNDP). Der belgische Liberale war von 2020 bis 2025 Premierminister Belgiens und zuvor langjähriger Minister für Entwicklungszusammenarbeit. DIE ZEIT: Herr De Croo, Europa ist im Krisenmodus. Die diesjährige Münchner Sicherheitskonferenz drehte sich fast ausschließlich um die eigene Verteidigung und akute Konflikte. Muss langwierige Entwicklungsarbeit jetzt zurückstehen? Alexander De Croo: Entwicklungspolitik gilt noch immer als soft. Aber das ist ein Irrtum. Für mich ist Entwicklung die ultimative Hard Power. Wenn Sie ausschließlich in militärische Verteidigung investieren, dann übersehen Sie den entscheidenden anderen Teil von Sicherheitspolitik: Prävention. Wo es keine funktionierenden staatlichen Strukturen gibt, keine Perspektiven für die Jugend, da entsteht auch keine Stabilität. Entwicklung ist die erste Verteidigungslinie.