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20.11.2025
18:03 Uhr
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Während andere Parteien noch nicht mal von Wahlkampf reden, führt die AfD ihn längst. Wie sie das stärkt, zeigt ein Bürgerdialog im hintersten Winkel von Sachsen-Anhalt.

"Ratten". Das ist das Wort, das nachwirkt, als es bei einem Bürgerdialog der AfD in Sachsen-Anhalt um Sozialkürzungen für Asylsuchende geht. "Die Ratten, die verschwinden ja nicht gleich", sagt ein Mann aus dem Publikum, 62, seit langem AfD-Wähler, seit 2020 Mitglied. "Die versuchen doch hier, in Hessen, in München oder sonst wo, sich zu verdünnisieren oder zu verstecken", sagt er ins Saalmikrofon. "Habt ihr da einen Plan, wie wir das verhindern können?" Ganze Menschengruppen als "Ratten" bezeichnen? Bei der AfD in Sachsen-Anhalt scheint das normal. Keiner der drei Landtagsabgeordneten auf dem Podium der Kultur- und Sportarena Brehna interveniert, auch niemand aus dem Publikum. Stattdessen legt Oliver Kirchner los, Co-Fraktionschef der AfD im Landtag, die ein Jahr vor der Landtagswahl in Umfragen vor der regierenden CDU liegt: "Das Land der Frühaufsteher" (Eigenwerbung von Sachsen-Anhalt) machen wir zum Land der Frühabschieber!"