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06.01.2026
15:20 Uhr
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Die AfD könnte 2026 Erfolge einfahren. Als Protestpartei? Das wäre viel zu rational gedacht. Wer sie wählt, will provozieren. Das Gegenmittel: Vertrauen

Das Jahr 2026 könnte das Jahr sein, in dem eine nicht nur rechtsradikale, sondern auch in wirtschafts-, außen-, kultur-, bildungs-, wissenschafts- und nicht zuletzt sozialpolitischer Hinsicht völlig indiskutable Partei auf Landesebene Regierungsmacht erlangen könnte. Es könnte somit für die Demokratie in Deutschland jenes Jahr sein, in dem der Vertrauensverlust in Verfahren, Eliten und begründetes Wissen gravierende Folgen hat: Es kämen politische Akteure in Verantwortung, deren Konzepte offenkundig katastrophal für das Land wären. Eigentlich dürfte niemand diese Leute aus inhaltlichen Gründen wählen. Es ist auch nicht unbedingt so, dass die rechtsradikale Anmutung durchgängig auf ein stabiles rechtsradikales Weltbild trifft. Vielmehr stößt diese Partei auf eine maximale Bereitschaft zur Provokation und Elitenkritik. Die Erfolge der AfD als Protestwahl zu rahmen, setzt viel zu viel Rationalität voraus. Es dürfte eher eine Provokationswahl sein. Sie setzt sich in Differenz zu dem, was als Comment, als ungeschriebene Verabredungen des Zusammenlebens, über lange Zeit leidlich stabil war.