Zeit 19.02.2026
08:05 Uhr

(+) Abstimmung zur Individualbesteuerung: Das Ende der Heiratsstrafe


Mit der Individualbesteuerung von Paaren will die Schweiz ihr Steuersystem radikal umbauen und damit die Gleichberechtigung fördern. Aber funktioniert das wirklich?

(+) Abstimmung zur Individualbesteuerung: Das Ende der Heiratsstrafe
Wer in der Schweiz heiratet, verschenkt nicht nur sein Herz, sondern auch sein Geld. Und zwar an den Staat. Verheiratete Paare bezahlen, zumindest wenn sie beide gut verdienen, mehr Steuern als Paare, die ohne Trauschein zusammenleben. Dafür, so lautet der Deal, werden sie bei der Altersvorsorge bevorzugt. Sie erhalten zum Beispiel bei einer Scheidung hälftig das angesparte Pensionskassenvermögen und eine Rente, wenn der Mann oder die Frau stirbt. Das soll sich nun ändern. Am 8. März stimmen die Schweizerinnen und Schweizer darüber ab, ob sie die sogenannte Heiratsstrafe abschaffen und auch Ehepaare einzeln besteuern wollen. Was nach einer steuertechnischen Detailübung klingt, wäre tatsächlich eine Revolution. Nach 111 Jahren soll in der Schweiz nicht mehr der Zivilstand darüber entscheiden, wie jemand besteuert wird. Damals wurde erstmals schweizweit neben dem Vermögen auch das Einkommen besteuert.