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27.11.2025
11:08 Uhr
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Unser Autor hat als Lehrer dreißig Abi-Streiche erlebt. Die meisten waren öde. Bis er Schülern einmal von der eigenen Schulzeit erzählte. Das hätte er besser gelassen.

"Am 23. ist Abistreich, Herr Arenz, Sie kommen doch, oder?" Es war Sophia, die das wissen wollte. "Um legitim einen Streich organisieren zu können", antwortete ich, "solltest du die Reifeprüfung erst einmal schaffen. Außerdem sind Abistreiche, die ihr vorher mit dem Direktorat absprecht, ungefähr das Spießbürgerlichste, das ich mir vorstellen kann." Sophia lehnte sich zurück. "Als ob Sie so der Revolutionär waren! Geschichtslehrer in Nürnberg ist ja auch nicht gerade der Che Guevara Deutschlands!" Offensichtlich hatte sie aus dem Unterricht über Lateinamerika etwas mitgenommen. Das freute mich. Aber die Sache mit dem Abischerz bleibt trotzdem ein Ärgernis für mich. Um die dreißig habe ich im Laufe meines Lehrerlebens gesehen, und nur wenige waren wirklich Streiche. Die allermeisten sind schlicht doofe Ereignisse, in denen Wasserpistolen und Massen von abgewickeltem Klopapier die zentrale Rolle spielen. Und um elf Uhr gehen dann alle wieder heim.