Welt 11.12.2025
14:24 Uhr

„Zynischer als der Grinch“ – McDonald’s stoppt Weihnachtsspot


McDonald’s hat seinen Weihnachtsspot nach massiver Kritik rasch wieder gelöscht. Nutzer warfen dem Clip Zynismus, eine gruselige KI-Optik und mangelnde Feststimmung vor. Während Coca-Cola ähnliche Vorwürfe aushält, zieht McDonald’s die Konsequenzen.

„Zynischer als der Grinch“ – McDonald’s stoppt Weihnachtsspot

McDonald’s in den Niederlanden hat seinen 45-Sekunden-Weihnachtsspot, der am Nikolaustag auf YouTube erschienen war, nach massiver Kritik gelöscht. Der KI-generierte Clip mit dem Slogan „The most terrible time of the year“ (Die schrecklichste Zeit des Jahres) zeigte Missgeschicke in der Weihnachtszeit – kontrastiert mit entspannten Szenen im McDonald’s Restaurant. Ein Zuschauer auf X urteilte besonders scharf: „Vollständig KI-generiert, das ist das Erste. Sieht abstoßend aus, das ist das Zweite. Zynischer gegenüber Weihnachten als der Grinch, das ist das Dritte.“ Sein Fazit: „McDonald’s hat die wohl schrecklichste Werbung vorgestellt, die ich dieses Jahr gesehen habe – schlimmer noch als die von Coca-Cola.“ In dem Spot passieren allerlei Unfälle und Missgeschicke: Santa steht mit seiner Kutsche im Stau, ein Mann knallt mit seinen Schlittschuhen hart aufs Eis, eine Radlerin mit Geschenken wird von einem Auto nass gespritzt und eine mit Tüten beladene Frau bleibt in der Tür der Straßenbahn hängen und wird mitgezogen. Unterlegt wird das alles mit dem Song „It's the most wonderful time of the year“. Auch unheimlich wirkende Figuren, sichtbare Schnittmontagen sowie Sorgen um den Wegfall kreativer Jobs sorgten für Empörung. Gegenüber BBC News erklärte McDonald’s, man habe „eine wichtige Lernerfahrung“ gemacht, während das Unternehmen „den effektiven Einsatz von KI“ erkunde. Der Spot sollte „die stressigen Momente widerspiegeln, die während der Feiertage auftreten können“. Konzern zieht Spot aufgrund der Kommentare zurück In einer weiteren Stellungnahme hieß es: „Aufgrund der Kommentare in den sozialen Medien und der internationalen Berichterstattung stellen wir jedoch fest, dass diese Zeit für viele Gäste ‚die schönste Zeit des Jahres‘ ist.“ Daher habe man sich entschieden, den Clip zu entfernen. Die Produktionsfirma The Sweetshop verteidigte dagegen ihre Arbeit. Chefin Melanie Bridge sagte dem Portal Futurism (verlinkt auf https://futurism.com/artificial-intelligence/mcdonalds-ai-generated-commercial) , der Prozess habe sieben Wochen gedauert, in denen das Team „kaum geschlafen“ und „Tausende Takes“ erstellt habe – zusammengesetzt „wie wir es auch bei jeder aufwendig produzierten Kampagne tun würden“. Ihr klares Statement: „Das war kein KI-Trick. Es war ein Film.“ Während Coca-Cola seinen ebenfalls kritisierten (verlinkt auf https://x.com/hansabolika/status/1998436656462913798) KI-Weihnachtsspot samt Making-of beibehält, bleibt McDonald’s zumindest die Gewissheit, eines erreicht zu haben: Aufmerksamkeit. Allerdings reiht sich McDonald’s damit auch in die wachsende Liste von Unternehmen ein, die erleben, wie stark KI-Werbung polarisiert.