Innerhalb weniger Tage sind in Schleswig-Holstein zwei Wölfe bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommen – einer auf der Autobahn 1 nahe Barsbüttel, der andere auf der Bundesstraße 206 im Kreis Segeberg. Beim Wolfsmanagement des Landes, das seit einigen Jahren die Wolfspopulationen im nördlichsten Bundesland überwacht, geht man von tragischen Einzelfällen aus. Beim neusten Fall fanden Ermittler einen toten Wolf auf dem Seitenstreifen der Autobahn 1 in Fahrtrichtung Hamburg. Nach Angaben des Landesamtes für Umwelt (LfU) handelt es sich um ein weibliches Tier, vermutlich im zweiten Lebensjahr. Der Kadaver wurde dem Wolfsmanagement übergeben und soll im Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin untersucht werden. Dort prüfen Experten unter anderem den Gesundheitszustand und die Herkunft des Tieres. Schon am Freitag war ein junger, männlicher Wolf auf der Bundesstraße 206 im Kreis Segeberg von einem Auto erfasst und schwer verletzt worden. „Ein Mitarbeiter des schleswig-holsteinischen Wolfsmanagements hat das Tier mit einer Schusswaffe erlöst“, sagte Janine Wergin, Sprecherin des LfU, den „Kieler Nachrichten“. Eine andere Möglichkeit habe es nicht gegeben, das Leben des Tieres sei nicht mehr zu retten gewesen. Die beiden Fälle zeigen, wie häufig Wölfe inzwischen in Schleswig-Holstein unterwegs sind. Nach Angaben des Wolfsmanagements leben mehrere Rudel im Land, hinzu kommen Einzeltiere, die auf der Suche nach neuen Revieren weite Strecken zurücklegen. „Das war einfach Pech“ Straßen und Autobahnen sind dabei eine der größten Gefahren. „Ich sehe in den beiden Unfällen kein System – das war einfach Pech“, sagte Jens Matzen, Koordinator der Wolfsbetreuer, dem NDR. Wenn Wölfe den direkten Weg über stark befahrene Straßen wählten, könne es zu solchen Kollisionen kommen. Die Rückkehr des Wolfs nach Deutschland sorgt seit Jahren für Diskussionen. Naturschützer feiern die Rückkehr der streng geschützten Art als Erfolg für die Biodiversität, während Nutztierhalter über gerissene Schafe klagen und besseren Schutz vor den Tieren fordern. Auch im Straßenverkehr macht sich das bemerkbar: Bundesweit werden jedes Jahr mehrere Wölfe bei Unfällen getötet. Experten raten Autofahrern, in bekannten Wolfsgebieten besonders aufmerksam zu sein – vor allem in der Dämmerung, wenn die Tiere unterwegs sind.