Kurz vor der Wahl in Sachsen-Anhalt haben Rockmusiker Udo Lindenberg (80) und sein Panikteam ihre Follower auf Instagram aufgefordert, sich bei der Wahlentscheidung nicht nur von Plakaten, Sprüchen und Wut leiten zu lassen. „Check bitte ganz genau, wo du dein Kreuz machst. So Detektiv Coolmann mäßig, mit der großen Lupe aufs Kleingedruckte. Nimm die Sonnenbrille ab und schau dir genau an, was dir versprochen wird“, heißt es in dem längeren Post auf Instagram. Es sei wichtig, das Programm der Parteien zu lesen. „Weil da steht oft was ganz anderes als auf der Verpackung!!“ Im weiteren Verlauf des Posts zählt Lindenberg mehrere Beispiele auf, die möglicherweise zunächst gut klingen, bei genauerer Betrachtung aber Nachteile haben. Er bezieht sich auf Steuersenkungen, Waffenrecht, Klimaschutz, EU und dichtgemachte Grenzen. Gleichzeitig betonte Lindenberg, dass es natürlich in Ordnung sei, diese Regierung zu verfluchen, auf alle Parteien wütend zu sein und radikale Veränderung zu fordern. „Aber Wut ist noch kein Wahlprogramm!! Und ein Protestkreuz kein Feuerlöscher.“ Wahl am Sonntag gilt als richtungsweisend Mit der AfD werde nicht alles besser. „Vermutlich nicht für dich. Und schon gar nicht für unser schönes Land und unsere hart erkämpfte Demokratie, unsere Verfassung, die unsere Würde und Freiheit sichert, auch die Pressefreiheit, Meinungsfreiheit und Kunstfreiheit.“ Wer Deutschland wirklich liebe, wähle schwarz, rot, gold, gelb oder grün oder lila, aber definitiv nicht blau. Lindenberg äußert sich seit Jahren politisch und geriet 2022 bereits in Konflikt mit der AfD. Bei seiner Ernennung zum Hamburger Ehrenbürger zeigte er während einer Rede des AfD-Abgeordneten Alexander Wolf den Mittelfinger. Die AfD hatte die Entscheidung kritisiert, Lindenberg die Ehrenbürgerwürde zu verleihen. Eine wegen Beleidigung gestellte Strafanzeige blieb ohne Folgen. Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am Sonntag gilt als richtungsweisend. Aktuell regiert in Sachsen-Anhalt eine Koalition aus CDU, SPD und FDP. Das Bündnis könnte aber allen Umfragen zufolge seine Mehrheit verlieren. Mit Abstand stärkste Kraft würde nach aktuellen Zahlen die AfD werden, womit sie Anspruch auf das Amt des Ministerpräsidenten und die Führung der Regierung erheben könnte. Die vom Landesverfassungsschutz in dem Bundesland als gesichert rechtsextrem eingestufte Partei strebt eine Alleinregierung an.