Viele Amerikaner und sogar Präsident Donald Trump verfolgen jede Wendung dieses mysteriösen Kriminalfalls: US-Fernsehmoderatorin Savannah Guthrie hat sich nach dem plötzlichen Verschwinden ihrer 84 Jahre alten Mutter nun mit einer weiteren Botschaft an die mutmaßlichen Entführer gewandt. Die Familie sei bereit, Lösegeld für die unversehrte Rückkehr ihrer Mutter zu zahlen, sagte Guthrie in einem Video, das am Samstag auf ihrem Instagram-Account verbreitet wurde (verlinkt auf https://www.instagram.com/p/DUeZsDfkhFp/?hl=de) . „Wir haben eure Nachricht erhalten und verstehen sie. Wir flehen euch jetzt an, unsere Mutter zu uns zurückzubringen, damit wir mit ihr feiern können“, ergänzte die von ihren Geschwistern flankierte Moderatorin. „Nur so werden wir Frieden finden. Sie ist für uns sehr wertvoll, und wir werden zahlen.“ Guthrie bezog sich auf eine Nachricht, die am Freitagnachmittag (Ortszeit) an den in Tucson im Bundesstaat Arizona ansässigen Fernsehsender KOLD geschickt wurde, wie ein Sprecher des FBI-Büros in Phoenix erklärte. KOLD bestätigte, an diesem Tag eine E-Mail im Zusammenhang mit dem Fall Guthrie erhalten habe. Details zum Inhalt wollte der Sender unter Verweis auf laufende Ermittlungen des FBI nicht preisgeben. Mutmaßliche Erpresserschreiben verschickt Der Sender war eines von mehreren Medienhäusern, die in der Woche mutmaßliche Erpresserschreiben für Guthries Mutter Nancy erhielten. In mindestens einem Schreiben wurden Lösegeld gefordert und Fristen gesetzt. Auf einer Pressekonferenz am vergangenen Donnerstag wollten Vertreter von Strafverfolgungsbehörden die Echtheit der Botschaften nicht bestätigen. Alle Hinweise würden aber sorgfältig geprüft. In einem der Schreiben sei auf die Apple Watch von Nancy Guthrie und ein besonderes Merkmal ihres Grundstücks verwiesen worden, hieß es zudem. Nach Einschätzung von Ermittlern wurde die 84-Jährige am vergangenen Wochenende aus ihrem Anwesen in der Nähe von Tucson entführt. Im Eingangsbereich des Hauses sei eine Blutspur entdeckt worden, die mittels DNA-Test eindeutig Nancy Guthrie zugeordnet worden sei, sagte der Sheriff von Pima County, Chris Nanos. Keine Aufnahmen von der Überwachungstechnik Ermittler fanden auch heraus, dass die Türklingel-Kamera am Anwesen abgeschaltet war. Zudem habe eine Software Minuten später potenziell verdächtige Bewegungen auf dem Grundstück registriert. Da Nancy Guthrie aber kein aktives Abonnement für die Technik gehabt habe, könne man auf die Aufnahmen nicht zugreifen, erklärte Nanos der Nachrichtenagentur AP. Die Ermittler hätten die Hoffnung nicht aufgegeben, die Kameraaufnahmen doch noch zu sichern. „Ich wünschte, Technologie wäre so einfach, wie wir glauben, nach dem Motto: Hier ist ein Bild, hier ist der Übeltäter. Aber dem ist nicht so“, ergänzte Nanos. „Es gibt Informationen, die uns von diesen Technikfirmen übermittelt werden, mit dem Hinweis: „Das ist alles, was wir haben, und mehr können wir nicht bekommen.“ Lebt Guthries Mutter überhaupt noch? Unterdessen wächst die Sorge um den Gesundheitszustand von Nancy Guthrie. Die 84-Jährige muss nach Behördenangaben täglich lebenswichtige Medikamente einnehmen. Sie soll demnach einen Herzschrittmacher haben und an Bluthochdruck sowie Herzproblemen leiden. „Ich kann mir vorstellen, dass sich ihr Zustand von Tag zu Tag verschlechtert“, sagte Nanos. „Sie braucht Medikamente. Und ich habe keine Möglichkeit zu wissen, ob sie diese Medikamente auch bekommt.“ Für Besorgnis sorgten auch Blutspuren, die die Ermittler auf der Veranda des Hauses entdeckten und die der 84-Jährigen zugeordnet werden konnten. Savannah Guthrie gehört beim Sender NBC zum Moderatorenteam der Sendung „Today“. Sie war eine der US-Journalistinnen, die Virginia Guiffres Vorwürfen gegen Jeffrey Epstein Raum gab, indem sie im Jahr 2019 die gebürtige Australierin gemeinsam mit anderen mutmaßlichen Opfern des Sexualstraftäters interviewte. Das Verschwinden ihrer Mutter hat in den USA große Anteilnahme ausgelöst. Auch Präsident Donald Trump schaltete sich ein und erklärte, er habe die Bundesbehörden angewiesen, die Ermittlungen zu unterstützen. Die Videobotschaft von Savannah Guthrie und ihren Geschwistern war bereits die Dritte seit dem Verschwinden ihrer Mutter.