Welt 12.01.2026
06:01 Uhr

„Wir sprechen über Erwerb“, sagt Trump und weist den Vorstoß der Europäer ab


Großbritannien, Deutschland und weitere europäische Partner schlagen eine Nato-Mission auf Grönland vor. Der US-Präsident reagiert unbeeindruckt. Ihm geht es weiter um den Besitz der Insel.

„Wir sprechen über Erwerb“, sagt Trump und weist den Vorstoß der Europäer ab

US-Präsident Donald Trump lässt sich von seinem Gebietsanspruch auf Grönland durch Vorstöße von Nato-Staaten für einen Ausbau der Bündnispräsenz in der Arktis nicht abbringen. An Bord der „Air Force One“ konfrontierte ihn eine Journalistin damit, dass Deutschland und Großbritannien aktuell Pläne für mehr Schutz der Sicherheit in der Arktis im Nato-Rahmen diskutieren würden. Die Frage, ob das etwas an seiner Einschätzung ändere, verneinte Trump. „Wir sprechen über Erwerb, nicht über eine Pacht“, betonte er. Trump machte dabei klar, dass es ihm darum gehe, Grönland langfristig zu besitzen. Einmal mehr rechtfertige er das damit, dass sich sonst China oder Russland die Insel einverleiben würden. Vergangene Woche hatte er bereits der „New York Times“ gesagt, dass Eigentum auch psychologisch ein Wert sei (verlinkt auf https://www.welt.de/politik/ausland/article696072524d1d5f581eeb08f0/groenland-eigentum-ist-sehr-wichtig-sagt-trump-ich-brauche-kein-internationales-recht.html) , den kein Vertrag ersetzen könne. Mehrere Nato-Staaten wie Großbritannien hatten sich zuletzt für einen Ausbau der Bündnispräsenz in der Arktis (verlinkt auf https://www.welt.de/politik/ausland/article695ff65b9c2c98991fda51a9/konflikt-um-groenland-trump-vs-nato-jetzt-will-das-buendnis-die-arktis-sicherheit-verschaerfen.html) ausgesprochen. Ein Vorschlag sieht Diplomaten zufolge einen Überwachungseinsatz mit dem Namen „Arctic Sentry“ (deutsch etwa: Wächter der Arktis) vor. Er soll den Amerikanern das Argument nehmen, dass die Sicherheit in der strategisch wichtigen Region nicht ausreichend gewährleistet werden kann. Bundesaußenminister Johann Wadephul hatte erst gerade grundsätzliche Bereitschaft für einen größeren Beitrag Deutschlands zur militärischen Sicherheit in der Arktis erklärt. Die richtigen Antworten müssten im Nato-Rahmen gefunden werden, sagte der CDU-Politiker, der auf Island einen Zwischenstopp auf dem Weg in die USA einlegte. An diesem Montag empfängt US-Außenminister Marco Rubio Wadephul in Washington. Trumps Drohungen gegen Grönland dürften dabei eine wichtige Rolle spielen.