Welt 18.02.2026
14:43 Uhr

„Wir erwarten Ihre Antwort“ – Fünf Länderchefs setzen Bahn-Chefin unter Druck


Die Verzögerung bei der Bahnsanierung Berlin-Hamburg bringt fünf Regierungschefs auf die Palme. Mit einem Brief an die Bahn-Chefin machen sie Druck – und wollen einen raschen Zeitplan sehen.

„Wir erwarten Ihre Antwort“ – Fünf Länderchefs setzen Bahn-Chefin unter Druck

Fünf Bundesländer haben sich in einem Brief an die Deutsche Bahn-Chefin über das Vorgehen bei der Verzögerung der Streckensanierung Berlin-Hamburg beschwert und ein Ultimatum für einen neuen Zeitplan gesetzt. Die Regierungschefs aus Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg und Schleswig-Holstein kritisieren, dass die Bahn über eine Verlängerung der Bauarbeiten entschieden habe, ohne die Länder vorher umfassend zu informieren und ohne abgestimmten, verlässlichen Zeitplan. „Wir erwarten eine Klärung und Ihre Antwort zu einem konkreten Maßnahmen- und Zeitplan bis zum 2. März 2026“, heißt es in dem Brief an Bahn-Chefin Evelyn Palla, der der dpa vorliegt. Zuvor hatte die „Bild“ berichtet. Die Generalsanierung der Bahnstrecke Hamburg-Berlin dauert seit August an und sollte eigentlich bis Ende April 2026 abgeschlossen werden. Der Fernverkehr zwischen den Millionenstädten wird über Stendal und Uelzen umgeleitet. Die Züge brauchen im Schnitt 45 Minuten länger als zuvor. ICE- und IC-Züge fahren zudem nur einmal in der Stunde statt wie bisher alle 30 Minuten. Im Regionalverkehr fallen viele Verbindungen aus oder Züge fahren auf Teilstrecken. Zehntausende Pendler aus dem Hamburger und dem Berliner Umland weichen jeden Tag auf Ersatzbusse oder das Auto aus. Die Bahn hatte am Montag mitgeteilt, dass sie aufgrund des Winterwetters mit Frost und Schnee den Termin zur Fertigstellung der Streckensanierung Ende April nicht einhalten kann. Erst am 13. März will der bundeseigene Konzern mitteilen, wann auf der Strecke wieder Züge fahren können. Enge Abstimmung mit Ländern gefordert Am Dienstag hieß es, es gehe um eine Verzögerung von „wenigen Wochen, nicht von Monaten“. Die Lage habe in den vergangenen Tagen neu bewertet werden müssen, die Öffentlichkeit sei „umgehend“ informiert worden. Die Regierungschefs erwarten, dass die Bahn alle Ressourcen zur Fertigstellung der Streckensanierung bündelt und einen stabilen neuen Terminplan vorlegt, wie sie in ihrem gemeinsamen Brief schreiben. Dies müsse in enger Abstimmung mit den betroffenen Ländern, den betroffenen Kommunen und den Verkehrsunternehmen erfolgen. „Dieser Terminplan ist unverzüglich vorzulegen und fortlaufend zu kommunizieren.“ Zudem müsse die Bahn den weiteren Ersatzverkehr sicherstellen und alle Mehrkosten übernehmen. Die zusätzlichen finanziellen Lasten dürften nicht den Ländern, Kommunen oder Fahrgästen auferlegt werden.