Ein Sturmtief mit Schnee und Frost hat bundesweit für teils chaotische Zustände auf den Straßen gesorgt. In mehreren Bundesländern kam es zu schweren Unfällen, lange Staus und blockierten Autobahnen. Polizei und Wetterdienst warnen vor weiter anhaltender Glätte. Bayern Auf der A93 bei Wernberg-Köblitz (Landkreis Schwandorf) ist ein mit 20 Tonnen Lachs beladener Lastwagen bei glatter Fahrbahn ins Rutschen geraten und umgekippt. Die Ladung verteilte sich auf der Autobahn. Sieben weitere Autos stießen beim Versuch auszuweichen zusammen, teilte die Polizei mit. Eine Frau krachte ins Heck des Lasters. Die A93 blieb rund zwölf Stunden gesperrt, es bildete sich ein fünf Kilometer langer Stau. Der Fahrer wurde vorsorglich ins Krankenhaus gebracht – blieb aber unverletzt. Der geschätzte Schaden: 450.000 Euro. Saarland Zwischen Klarenthal und Velsen ist ein Müllfahrzeug auf schneebedeckter Straße umgekippt. Der 33-jährige Fahrer wurde unter der Kabine eingeklemmt und starb noch vor Ort. Sein Beifahrer erlitt lebensbedrohliche Verletzungen. „Der Lkw kam wegen der Schneeglätte von der Straße ab und kippte an einer Böschung um“, so die Polizei. Die L163 wurde vollständig gesperrt. Landesweit wurden bis zum Abend 73 Unfälle registriert – meist mit Blechschäden. Niedersachsen und Bremen Auf der spiegelglatten A1 bei Groß Ippener blockierte ein Lastwagen über Stunden die Fahrbahn Richtung Bremen. Die Polizei sperrte die Autobahn, ein Stau von bis zu drei Kilometern entstand. In der Region Oldenburg zählte die Polizei 56 Glätteunfälle in einer Nacht. Auf der A29 krachte ein Wagen in die Mittelschutzplanke – der Fahrer beging Unfallflucht. Auch in Stadthagen, Emden und auf den Autobahnen A28 und A31 kam es zu zahlreichen Unfällen, oft mit Blechschäden. „Die Verkehrsteilnehmer sollen ihre Geschwindigkeit anpassen und Abstand halten“, mahnte die Polizei. Rheinland-Pfalz Der Wintereinbruch sorgte für „eine Vielzahl von Verkehrsunfällen und blockierten Straßen“, so die Polizei Idar-Oberstein. Besonders betroffen waren die Regionen Trier, Bitburg und Kaiserslautern. Auf der A1 und B51 kam es zu wetterbedingten Unfällen, viele davon mit Blechschaden. In Mainz behinderten querstehende Lastwagen den Verkehr. Die Polizei rät dringend von vermeidbaren Fahrten ab – auch wegen drohendem Glatteis in den Nächten. Sachsen Auf der A72 zwischen Chemnitz-Süd und Stollberg-Nord blieb der Verkehr am frühen Morgen rund eineinhalb Stunden stehen. Mehrere Autos und Lastwagen kamen wegen starker Schneefälle und Glätte nicht mehr weiter. Ein Sturmtief über der Ostsee bringt laut DWD weiterhin Schneeschauer, im Erzgebirge bis zu zehn Zentimeter Neuschnee. Die Polizei rät zu besonderer Vorsicht auf den Straßen. Baden-Württemberg Bei Willstätt (Ortenaukreis) kam ein Auto auf glatter Fahrbahn auf die Gegenspur – es kam zum beinahe frontalen Zusammenstoß. Ein 15-jähriges Mädchen wurde schwer verletzt, sechs weitere Menschen leicht. Auch ein Hund lief nach dem Unfall davon, konnte aber von der Polizei eingefangen werden. Der Sachschaden liegt bei rund 50.000 Euro. Mecklenburg-Vorpommern Die Polizei zählte 69 Unfälle wegen Glätte – neun Menschen wurden leicht verletzt. Allein im Raum Rostock gab es 57 Unfälle in 24 Stunden. Auf der A19 bei Dobbin-Linstow krachte ein Lkw in die Leitplanke, wenig später ein Auto bei Güstrow. Die Fahrbahn war komplett schneebedeckt. Im Osten des Landes kam es zu weiteren Kollisionen – etwa bei Kramerhof, wo ein Auto über eine Verkehrsinsel fuhr. Hamburg Auf der Köhlbrandbrücke ging nichts mehr: Rund 30 bis 40 Lastwagen blieben wegen Glätte hängen. Ein Lkw stellte sich quer, andere Fahrzeuge kamen den Anstieg nicht mehr hoch. Manche Fahrer versuchten sogar zu wenden oder rückwärtszufahren. Erst nach Stunden und mithilfe des Winterdienstes wurde der Verkehr wieder freigegeben. Laut Polizei gab es keine Verletzten oder Schäden. Sachsen-Anhalt Im Süden von Sachsen-Anhalt hat es mehrere Verkehrsunfälle gegeben. Auf der A9 bei Lützen (Burgenlandkreis) kam ein Lkw ins Schleudern und kollidierte mit den Leitplanken. Auch bei Memleben stellte sich auf der L212 ein Lkw quer, sodass die Landstraße voll gesperrt werden musste. In Berga im Landkreis Mansfeld-Südharz kam am Morgen eine Autofahrerin wegen Schneeglätte von der Fahrbahn ab und touchierte eine Hauswand. Wetteraussichten Der Deutsche Wetterdienst warnt auch in den kommenden Tagen vor Schnee, Glätte und teils schweren Sturmböen. Besonders an der Nordseeküste, im Harz und im Erzgebirge bleibt es gefährlich. Die Temperaturen liegen meist um den Gefrierpunkt. Autofahrer sollten sich auf weiter schwierige Bedingungen einstellen.