Welt 30.01.2026
06:13 Uhr

Winter sollte man „fahrend bewältigen können“ – Verkehrsminister weist Hilferufe der Bahn ab


Der Verkehrsminister weist Rufe aus der Bahn nach Hilfe der Bundeswehr gegen den Schnee zurück. Doch er räumt auch ein: Mit alter Technik wie Dieselloks gäbe es weniger Chaos.

Winter sollte man „fahrend bewältigen können“ – Verkehrsminister weist Hilferufe der Bahn ab

Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder hält Hilfe von der Bundeswehr beim Winterdienst der Deutschen Bahn nicht für nötig. „Das müsste schon eine große Schneekatastrophe (verlinkt auf https://www.welt.de/geschichte/article186192824/schneekatastrophe-1978-als-der-todes-blizzard-ueber-deutschland-kam.html) sein, um einen solchen Einsatz zu rechtfertigen“, sagte der CDU-Politiker dem Berliner „Tagesspiegel“. „Wir müssen zusehen, dass wir die normalen Wetterlagen, wozu auch ein harter Winter gehört, mit eigenen Kräften und am besten auch fahrend bewältigen können.“ Zuletzt hatten Vertreter der Bahnbranche daran erinnert, dass in der DDR Soldaten der Nationalen Volksarmee in strengen Wintern dabei geholfen haben, die Gleise von Eis und Schnee freizuhalten. Schnieder wiederum legte der Deutsche Bahn nahe, ihren Winterdienst zu verbessern. „Die Bahn kann das ein oder andere verbessern – in den Abläufen, bei der Vorbereitung, auch bei der Infrastruktur“, sagte er: „Aber wir werden immer Ereignisse haben, die wir mit der heutigen Technik nicht so bewältigen können, wie wir das früher mit den schweren Dieselloks konnten.“ Selbst mit beheizten Weichen komme man an einen Punkt, an dem es nicht mehr gehe. „Da muss manuell geräumt werden. Und bei Schneewehen kommen die Arbeiter mit dem Räumen nicht mehr hinterher“, so Schnieder. Schnieder bremst Hoffnung auf besseren ÖPNV in der Provinz Schnieder bremste zudem die Aussicht auf einen besseren Anschluss an Busse (verlinkt auf https://www.welt.de/wirtschaft/plus696b7a538eda3a7225224973/byd-flotte-china-koennte-200-db-busse-bald-per-knopfdruck-einfach-abschalten.html) und Bahnen auf dem Land. „Es gibt Regionen – und es wird sie weiterhin geben –, wo man einen ähnlich attraktiven Nahverkehr wie in der Stadt nicht schaffen kann“, sagte er dem „Tagesspiegel“. „Von meinem Wohnort in Arzfeld aus sind es 40 Kilometer bis zum nächsten Bahnhof“, so der Rheinland-Pfälzer weiter. Dort fahre auch nicht einmal die Stunde ein Bus. „Daran wird sich wohl auch in 20 Jahren nichts ändern.“ Lineare Linienverkehre seien „nicht abbildbar“ und „nicht sinnvoll“. Eine Alternative könnten aber digitale Anruftaxis sein. Schnieder sieht für deren Finanzierung vor allem Länder und Kommunen in der Verantwortung. „Die Möglichkeiten des Bundes, den Ausbau des Angebots zu fördern, sind aber stark eingeschränkt“, so Schnieder. Der Verkehrsminister stellt außerdem die Notwendigkeit von einem dichteren Takt von Bussen und Bahnen auf dem Land infrage. Die meisten Menschen in diesen Regionen hätten sich auf die Situation eingestellt. „Sie haben ein eigenes Auto und sind damit gut mobil.“