Welt 23.02.2026
14:35 Uhr

Weniger Todesopfer im Straßenverkehr – warum die Polizei dennoch mahnt


Die Zahl der Verkehrstoten ist 2025 deutlich gesunken, auch das Risiko, bei Unfällen schwer verletzt zu werden, geht weiter zurück. Gleichzeitig registriert die Polizei steigende Unfallzahlen.

Weniger Todesopfer im Straßenverkehr – warum die Polizei dennoch mahnt

Die Zahl wirkt wie eine gute Nachricht: In Hamburg sind 2025 deutlich weniger Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommen. Nach Angaben der Polizei sank die Zahl der Verkehrstoten von 39 auf 21. „Es ist ein gutes Zeichen, dass das Risiko, im Straßenverkehr verletzt zu werden, abermals sinkt“, sagte Polizeivizepräsident Mirko Streiber. Auch die Zahl der Schwerverletzten ging erneut zurück. Doch der Blick ins Detail zeigt ein differenziertes Bild. Die Gesamtzahl der Unfälle blieb nahezu unverändert. Die Mehrheit der Zusammenstöße führte lediglich zu Sachschäden. Gleichzeitig verzeichnet die Polizei die größten Anstiege bei Verkehrsunfällen mit Kindern sowie bei Elektrokleinstfahrzeugen wie E-Scootern. Besonders auffällig ist die Entwicklung bei Radfahrern. Die Zahl der tödlich verunglückten Radfahrenden stieg leicht auf elf. Als häufigste Ursache nennt die Polizei Fehler beim Abbiegen und Kreuzen. In mehreren Fällen wurden Radfahrer übersehen. Die Polizei mahnt deshalb eindringlich zum Tragen eines Schutzhelms. Nur zwei der tödlich verletzten Radfahrer trugen laut Statistik einen Helm. Thomas Model, Leiter der Verkehrsdirektion, betonte: „Ungeschützte Verkehrsteilnehmende tragen dabei das höchste Risiko.“ Ein ähnliches Muster zeigt sich bei älteren Menschen. Zwar blieb die Zahl der Unfälle mit Seniorinnen und Senioren stabil, doch die Zahl der verunglückten Personen über 65 Jahre stieg. Die Gründe liegen laut Polizei häufig im eigenen Fahrverhalten, etwa bei Fehlern beim Wenden, beim Fahrstreifenwechsel oder beim Sicherheitsabstand. Gleichzeitig nehmen ältere Menschen heute länger aktiv am Straßenverkehr teil, unter anderem durch die zunehmende Nutzung von E-Bikes. Bei Fußgängern fällt die Bilanz zweigeteilt aus. Die Zahl der Getöteten ging deutlich zurück. Die Zahl der Unfälle sowie der verunglückten Fußgänger bewegte sich hingegen auf dem Niveau des Vorjahres. In vielen Fällen liegt die Ursache im Fehlverhalten der Fußgänger selbst, insbesondere beim Überqueren der Fahrbahn. Intensive Kontrollen und Präventionsmaßnahmen Auch E-Scooter bleiben ein Schwerpunkt der Unfallstatistik. Die Zahl der Unfälle nahm deutlich zu, die meisten davon wurden von den Fahrern selbst verursacht. Alkohol spielt weiterhin eine Rolle im Unfallgeschehen. Insgesamt sank die Zahl alkoholbedingter Unfälle leicht, gleichzeitig endete ein erheblicher Teil dieser Unfälle mit Personenschäden. Die Polizei verweist auf intensive Kontrollen und Präventionsmaßnahmen. Tausende Fahrzeuge wurden überprüft, Verstöße gegen Rotlicht, Geschwindigkeit und andere Verkehrsregeln geahndet. Kampagnen richteten sich gezielt an Kinder, Seniorinnen und Senioren sowie Zweiradfahrende. Die CDU sieht dennoch Handlungsbedarf. Dennis Thering spricht von „weiterhin besorgniserregenden“ Unfallzahlen. Weniger Autoverkehr führe nicht automatisch zu mehr Sicherheit. „Wir brauchen eine Stadt, in der Verkehrssicherheit nicht nur ein Schlagwort ist“, so Thering. Besonders die Entwicklung bei Kindern, Radfahrern und E-Roller-Nutzern zeige, dass der Senat dringend handeln müsse.