Welt 20.02.2026
12:29 Uhr

Wegen Olympia – ab sofort Rodelpflicht in Deutschland


Olympia hat gezeigt: Die Deutschen können am besten irgendwo herunterrutschen. Diesen Standortvorteil will die Bundesregierung nutzen, damit es wieder aufwärts im Land geht.

Wegen Olympia – ab sofort Rodelpflicht in Deutschland

Die Zahlen bei den Olympischen Winterspielen in Italien sprechen eine deutliche Sprache: Ob im Rodeln (verlinkt auf https://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/infoline_nt/sport_nt/article6998350226dde6c06b529a85/rodler-wendl-und-arlt-deutsche-fahnentraeger-bei-schlussfeier.html) , Bobfahren (verlinkt auf https://www.welt.de/sport/olympia/article6994dbae73621fceec20e649/olympia-deutschland-auf-platz-eins-zwei-und-drei-das-ist-keine-seltenheit.html) oder Skeleton (verlinkt auf https://www.welt.de/sport/olympia/article698f4dd156df0f71cc041d49/olympia-skeleton-medaillenflut-im-eiskanal-silber-und-bronze-fuer-deutschland.html) – die Deutschen sind kaum zu schlagen, wenn sie irgendwo mit Vollkaracho herunterrutschen müssen. „Endlich gibt es mal wieder etwas, in dem Deutschland weltweit führend ist“, zeigt man sich in der schwarz-roten Koalition in Berlin erleichtert über die sensationellen Erkenntnisse, die im olympischen Eiskanal gewonnen werden konnten. Kommt Deutschland so wieder voran? Die Konsequenzen folgen prompt: Wie es heißt, will die Merz-Regierung jetzt eine allgemeine Rodelpflicht einführen, um das Land wieder ordentlich in Schwung zu bekommen. Ab sofort sollen sich alle Deutschen nur noch ausnahmslos auf Schlitten, Bobs oder zur äußersten Not auf Plastiktüten bewegen, lautet die Vorgabe. Das schone nicht nur die Umwelt, sondern entlaste auch die Deutsche Bahn, bis deren ICEs in Fünfhunderterbobs umgebaut seien, so die Bundesregierung. Weitere Vorteile: Den als viel zu faul geltenden Deutschen könnte das Arbeiten durch neue Gleitzeit-Regelungen wieder schmackhaft gemacht werden. Und auch die Landesverteidigung dürfte von den Regelungen profitieren – in Berlin stellte Verteidigungsminister Boris Pistorius jetzt den brandneuen Kampfrodel „Pinguin“ vor, der die ohnehin störanfälligen und viel zu wenig aerodynamischen Panzer der Bundeswehr ersetzen soll. Allerdings waren die Soldaten bei der gemeinsamen Präsentation mit der Wok-Brigade „Stefan Raab“ nur äußerst schwierig von den normalen Berlinern zu unterscheiden, die wegen der Schneeglätte auf den Hinterteilen über den Boden rutschten (verlinkt auf https://www.welt.de/regionales/berlin/article69968c524a95124d25565ac3/notfaelle-an-kliniken-wegen-glaette-ums-vielfache-gestiegen.html) . Friedrich Merz als erstes Testobjekt Während man sich in Koalitionskreisen darüber freut, einmal der Zeit vorausgewesen zu sein („Wir schliddern und schlingern schon seit einem Jahr!“), ist Unionsfraktionschef Jens Spahn bereits pragmatisch zur Tat geschritten. Das von ihm für 5,8 Milliarden Euro bestellte Trockeneis sei schon unterwegs, um das Land das ganze Jahr über rutschig zu halten, so Spahn. Die CDU plant ohnehin, mit gutem Beispiel voranzugehen: Wie zu hören ist, wollen die in hautenge Anzüge gezwängten Delegierten beim Parteitag (verlinkt auf https://www.welt.de/politik/deutschland/plus699430d4f1c55d28ade6ac98/cdu-parteitag-in-stuttgart-eine-spuerbare-absetzbewegung-gegen-merz-und-fuer-cdu-pur.html) ordentlich mit Friedrich Merz Schlitten fahren. Folgen Sie GLASAUGE trotzdem auf Facebook (verlinkt auf http://www.facebook.com/glasauge.satire) , X (verlinkt auf https://twitter.com/WELT_GLASAUGE) oder Instagram (verlinkt auf https://www.instagram.com/glasauge_satire/) – oder schreiben Sie in den Kommentaren, weshalb Trump der Größte ist und Sie über diesen Artikel so gar nicht lachen können!