Mehr noch als leuchtende Kinderaugen und streitende Familienmitglieder verkörpert er für viele Deutsche das Feeling während der schönsten Tage im Jahr: Man weiß, dass die Weihnachtszeit da ist, wenn man einem Schoko-Nikolaus herzhaft den Kopf abgebissen hat und die Zahnschmerzen einsetzen. Doch mit dieser schönen Tradition (verlinkt auf https://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/infoline_nt/wirtschaft_nt/article184832352/Schoko-Nikolaus-Co-Jeder-Deutsche-kauft-ein-halbes-Kilo-Weihnachtssuessigkeiten.html) ist nun Schluss. Sämtliche deutschen Supermarktketten haben um die 160 Millionen Weihnachtsmänner und Nikoläuse aus ihren Regalen verbannt, um einem drohenden Shitstorm zuvorzukommen. Bei einer routinemäßigen Untersuchung des Sortiments sei nämlich aufgefallen, dass die Süßwaren auf geradezu skandalöse Weise aus der Zeit gefallen seien, teilten Edeka, Lidl, Rewe, Aldi, Metro und Co. mit. Was treibt die alten weißen Männer nur um? Und dabei sei noch nicht einmal der an sich schon nicht tragbare Umstand, dass es sich bei allen Nikoläusen um alte Männer gehandelt habe, das Schlimmste, räumten die schockierten Händler ein: „Das ist Blackfacing (verlinkt auf https://www.welt.de/podcasts/inside-usa/article189212279/Podcast-Inside-USA-Folge-23-Die-Sache-mit-dem-Blackface.html) der schlimmsten Sorte!“ Besonders geschmacklos: Anders als etwa ein Schauspielkollege Dieter Hallervordens (verlinkt auf https://www.welt.de/kultur/article13807516/Rassismusvorwurf-gegen-Dieter-Hallervorden.html) , Guido Cantz (verlinkt auf https://www.welt.de/vermischtes/article159137246/Verstehen-Sie-Spass-ist-doof-aber-nicht-rassistisch.html) oder Kanadas Premier Justin Trudeau (verlinkt auf https://www.welt.de/politik/ausland/article200552438/Trudeau-Skandal-um-Kanadas-Regierungschef-rassistisch-verkleidet.html) haben die unappetitlichen Figuren nicht bloß ihr Gesicht dunkel gefärbt, um gegen die Gesetze der politischen Korrektheit zu verstoßen. Der ganze Körper ist bei ihnen braun. Vermutlich aus purer Provokation, glauben blauäugige, blonde deutsche Rassismus-Experten, die bereits erfolgreich Indianer von Karnevalsveranstaltungen vertrieben haben und die Umbenennung der Mohrenstraße in Berlin (verlinkt auf https://www.welt.de/politik/deutschland/video68da3786de710a0a2d5f5534/umbenennung-der-mohrenstrasse-anton-wilhelm-amo-soll-teil-einer-gemeinde-gewesen-sein-die-sklaven-hielt-und-verkaufte.html) durchsetzen konnten. Auch das Aus für Lebkuchen und Stollen Die Hersteller sind sich hingegen keiner Schuld bewusst. Bei den hochpreisigen Schoko-Nikoläusen (verlinkt auf https://www.welt.de/regionales/sachsen-anhalt/article692da7be392d5c38e3852dc5/so-teuer-wird-die-schokolade-fuer-nikolaus.html) handele es sich ja in Wirklichkeit um Osterhasen, deshalb könne von Rassismus gar nicht die Rede sein, so die Argumentation. Das wiederum hat militante Veganer und Vegetarier auf den Plan gerufen, die sich auch gegen symbolischen Tierverzehr wehren. Um sich nicht den Unmut sämtlicher Bundesbürger zuzuziehen, hat die Süßwarenindustrie deshalb beschlossen, in den kommenden Wochen nichts mehr in den Verkauf zu geben, was die Gefühle von Menschen verletzen könnte: Dazu gehören neben Plätzchen, Lebkuchenherzen und Spekulatius auch Domino-Steine, die aus gendergerechter Rücksicht auf Dominas nicht mehr hergestellt werden, sowie Stollen, die man arbeitslosen Bergleuten oder umweltbewussten Kohlekraftgegnern nicht länger zumuten will. Weihnachten generell nicht mehr tragbar Die Nikolaus-Produzenten empfehlen auch anderen Unternehmen wie Tannenherstellern, Sockenmanufakturen oder Amazon, es ihnen schleunigst nachzumachen: „Wenn erst mal rauskommt, dass Weihnachten etwas mit Religion zu tun hat, ist die Hölle los!“ Folgen Sie GLASAUGE trotzdem auf Facebook (verlinkt auf http://www.facebook.com/glasauge.satire) , X (verlinkt auf https://twitter.com/WELT_GLASAUGE) oder Instagram (verlinkt auf https://www.instagram.com/glasauge_satire/) – und verpassen Sie künftig keine Scherzartikel und Zusatzsatiren!