Welt 30.12.2025
17:04 Uhr

Warum die Prozesse um Blocks Kinder weiter getrennt bleiben


Die Strafkammer führt die Entführungsfälle um die jüngsten Kinder von Christina Block weiter separat. Während gegen Block seit Juni verhandelt wird, wartet der Prozess gegen Ex-Mann Stephan Hensel weiter – sehr zum Ärger ihres Umfelds.

Warum die Prozesse um Blocks Kinder weiter getrennt bleiben

Die beiden Strafverfahren rund um die Entführung der jüngsten Kinder von Christina Block bleiben getrennt. Die zuständige Strafkammer hat am 22. Dezember entschieden, die Komplexe nicht zusammenzuführen. Das bestätigte eine Gerichtssprecherin. Damit wird der Fall weiterhin in zwei parallelen Verfahren behandelt – mit unterschiedlichen Vorwürfen, aber einer gemeinsamen Vorgeschichte. Im ersten Verfahren geht es um Blocks früheren Ehemann Stephan Hensel und dessen neue Frau. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, die beiden Kinder im August 2021 nach einem Besuchswochenende in Dänemark nicht zur Mutter zurückgebracht zu haben. Damals bestand noch gemeinsames Sorgerecht. Die Staatsanwaltschaft ist deshalb überzeugt, Hensel und seine neue Frau hätten gegen geltendes Recht verstoßen, als sie den damals acht Jahre alten Sohn und die damals elf Jahre alte Tochter nicht zurück nach Hamburg fahren ließen. Die Anklage wegen „Entziehung Minderjähriger“ beziehungsweise Beihilfe ließ das Landgericht bereits im April 2024 zu. Eröffnet ist das Verfahren bislang nicht – was immer wieder zu Kritik führt. Denn die zeitlich deutlich später liegende Anklage gegen Christina Block wegen der Entziehung Minderjähriger ist bereits in einen Prozess gemündet. Seit Juli steht die Unternehmerin und Gastronomin vor Gericht, weil sie die Entführung derselben Kinder in der Silvesternacht 2023/24 in Auftrag gegeben haben soll. Die damals zehn und dreizehn Jahre alten Geschwister wurden aus Dänemark nach Deutschland gebracht. Block bestreitet die Vorwürfe. Der Prozess gegen Stephan Hensel und seine Ehefrau soll voraussichtlich vor derselben Strafkammer stattfinden, die derzeit den bereits laufenden Prozess gegen Christina Block und sechs Mitangeklagte führt. Dass die Kammer beide Verfahren getrennt hält, begründet sie mit dem Stand des Block-Prozesses: 27 Verhandlungstage, zahlreiche Zeugen, umfangreiche Beweisaufnahmen. Eine Verbindung der Verfahren würde bedeuten, vieles davon neu aufzurollen – und die Hauptverhandlung spürbar zu verzögern. Kritik an der Entscheidung kommt aus dem Umfeld der Familie. Gerhard Strate, Anwalt von Blocks Vater Eugen Block, bezeichnete die Begründung der Strafkammer als nicht nachvollziehbar. Er wirft dem Gericht vor, das Verfahren gegen Stephan Hensel unnötig aufzuschieben. Christina Block und Stephan Hensel waren mehr als zehn Jahre lang verheiratet und haben vier gemeinsame Kinder. Die älteste Tochter zog 2021 freiwillig zum Vater nach Dänemark, die zweitälteste Tochter lebt bei der Mutter in Hamburg. Seit 2021 beschäftigen sich Gerichte in Deutschland und Dänemark mit dem Sorgerechtsstreit um die beiden jüngsten Kinder.