Welt 20.02.2026
16:47 Uhr

Warum Quickborn jetzt doch kein „Q“ als Autokennzeichen bekommt


Quickborn wollte das Auto-Kennzeichen „Q“ einführen. Trotz bundesweitem Trend zu neuen Ortskürzeln und kuriosen Retro-Schildern bleibt der Buchstabe ungenutzt: Das Verkehrsministerium sagt klar Nein – im Kreis Pinneberg gebe es genug Auswahl für Nummernschilder.

Warum Quickborn jetzt doch kein „Q“ als Autokennzeichen bekommt

Es ist einer dieser Fälle, in denen ein einziges Zeichen eine ganze Stadt elektrisieren kann. Quickborn, seit 2023 prominent im Buchstabieralphabet vertreten („Q wie Quickborn“ nach DIN 5009:2022-06), wollte genau dieses Q künftig an den Stoßstangen der eigenen Autos sehen – anstatt des PI für den Kreis Pinneberg, dem die Stadt in Schleswig-Holstein angehört. Ein bundesweit bei Auto-Kennzeichen ungenutzter Buchstabe, die größte deutsche Stadt mit Q am Anfang – die Kombination schien perfekt. Doch das Bundesverkehrsministerium hat den Antrag nun endgültig gestoppt und nicht wenige der 22.000 Einwohner der Stadt nahe Hamburg dürften enttäuscht sein. Damit verpasst Quickborn den Anschluss an eine erstaunlich lebhafte Bewegung: Rund 100 Städte in Deutschland möchten derzeit eigene Kennzeichen haben. In Nordrhein‑Westfalen rollen seit Jahren sogar wieder Fahrzeuge mit Kürzeln aus Orten, die politisch längst von der Landkarte verschwunden sind, etwa aus Wattenscheid oder Wanne-Eickel. Und manche kreisangehörige Stadt wie Moers aus dem Kreis Wesel darf wieder ihr altes Kürzel tragen – weil es vor Jahrzehnten schon einmal existierte. Ein bundesweite Kennzeichenbewegung, die selbst kleinste Verwaltungseinheiten zu Markenzeichen macht. Quickborn hoffte, Teil dieses Trends zu werden. Die Initiative zur stärkeren regionalen Nutzung von Kfz-Kennzeichen geht unter anderem auf den Verkehrsökonomen Ralf Bochert zurück. Der Buchstabe „Q“ stand bereit, andere Q‑Städte wie Quedlinburg („QLB“) und Querfurt („QFT“) haben längst eigene Kennzeichen. Bürgermeister Thomas Beckmann warb beim Bund für Identifikation und Marketingeffekte – schließlich hätte kein anderer Ort ein so schlichtes wie prägnantes Ein‑Buchstaben‑Kürzel erhalten. Doch der Bund bleibt streng. Neue Kennzeichen seien nur möglich, wenn bestehende Kombinationen knapp würden. Im Kreis Pinneberg ist das Gegenteil der Fall: Rund sieben Millionen PI‑Varianten von PI-A 1 bis PI-ZZ 9999 seien theoretisch möglich, zugelassen sind derzeit etwa 200.000 Fahrzeuge. Außerdem müsse ein neues Kürzel immer dem gesamten Kreis gelten, nicht einer einzelnen Stadt. Marketing und regionale Gefühle spielten im Zulassungsrecht keine Rolle, schreibt das Ministerium. Damit bleibt das Q unbelegt – und das Auto-Kennzeichen von Quickborn weiterhin PI. Erst wenn sich die Rechtslage ändert, könnte der Buchstabe doch noch auf die Straße kommen.