Welt 02.02.2026
14:49 Uhr

Waffen, Diebesgut und Luxusautos – Großeinsatz der Polizei gegen kriminelle Netzwerke im Norden


Bei Durchsuchungen in drei Bundesländern stoßen Polizei und Zoll auf Verbindungen zwischen Waffenhandel und organisiertem Diebstahl. Sie stellen Pistolen, Blendgranaten und palettenweise Hehlerware sicher. Ein Verdächtiger wurde festgenommen.

Waffen, Diebesgut und Luxusautos – Großeinsatz der Polizei gegen kriminelle Netzwerke im Norden

Hamburger Ermittlern ist ein Schlag gegen organisierte kriminelle Strukturen gelungen: In einem koordinierten Großeinsatz durchsuchten Beamte von Polizei und Zoll insgesamt 19 Objekte in der Hansestadt sowie in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Im Fokus stand eine Gruppe, die illegal und gewerbsmäßig mit Waffen gehandelt haben soll. Dabei stießen die Ermittler auch auf Querverbindungen zu einem weit verzweigten Netzwerk für gestohlene Ware. Die Ermittlungen des Landeskriminalamtes führten zu neun Männern im Alter zwischen 32 und 61 Jahren. Sie sollen in wechselnden Konstellationen mit Schusswaffen gehandelt haben, darunter möglicherweise auch mit Modellen, die unter das strenge Kriegswaffenkontrollrecht fallen. Am frühen Morgen rückten Einsatzkräfte aus mehreren Bundesländern, unterstützt von Bundespolizei und Zoll, an. Zehn Wohnungen, sechs Lagerhallen und ein Kulturverein in Hamburg-Heimfeld wurden durchsucht. Was die Beamten dabei fanden, verdeutlicht die Dimension des Falls: Drei scharfe Pistolen, rund 4.000 Schuss Munition, Blend- und Rauchgranaten, ein Schalldämpfer sowie zahlreiche Schlagringe wurden sichergestellt. In einem Lager in Borstorf stießen die Fahnder zudem auf palettenweise mutmaßliche Hehlerware – darunter hochwertige Autoteile und Elektronikartikel. Ein 43-jähriger Deutscher wurde vorläufig festgenommen und einem Haftrichter vorgeführt, sechs weitere Verdächtige kamen mangels Haftgründen zunächst wieder frei. SEK-Einsatz in Hamburg-Tonndorf Bei einem 61-jährigen Tatverdächtigen in Hamburg-Tonndorf rückte sogar ein Spezialeinsatzkommando an. In seiner Wohnung fanden die Polizisten zwei scharfe Waffen, in einem von ihm genutzten Lager zusätzlich Munition und eine größere Menge Ecstasy. Auch er wurde nach Abschluss der Maßnahmen entlassen. Ein weiterer Beschuldigter sitzt bereits in Untersuchungshaft – bei ihm hatten die Ermittler zuvor ein Sturmgewehr und einen geladenen Revolver entdeckt. Im Zuge der Durchsuchungen zeigte sich, dass es Überschneidungen zu einem anderen großen Ermittlungsverfahren gibt. Bereits im Herbst hatten Fahnder des Harburger Einbruchsdezernats einen spektakulären Bandendiebstahl aufgeklärt. Aus einem Speditionslager in Hamburg-Waltershof verschwanden damals hunderte Waschmaschinen, Elektronik, Autoteile – und sogar ein Luxuswagen der Marke Porsche. Bei späteren Durchsuchungen stellten die Beamten tonnenweise Diebesgut sicher, außerdem mehrere Fahrzeuge, ein Motorrad und teure Armbanduhren zur Vermögensabschöpfung. In einer Wohnung tauchte sogar ein gestohlener Flügel des Traditionsherstellers Steinway & Sons auf. Für den Abtransport der Beweise waren sieben Lastwagen nötig.