Ein Wohnprojekt in den Niederlanden, das als Modell für eine schnellere Integration von Migranten konzipiert war, steht nach Berichten über Gewalt- und Missbrauchsvorwürfe stark in der Kritik. In einem Gebäude des Amsterdamer Stadtteils Watergraafsmeer lebten dem Magazin „ Zembla (verlinkt auf https://www.bnnvara.nl/zembla/artikelen/veiligheid-bewoners-niet-gegarandeerd-bij-amsterdams-woonproject) “ des niederländischen Fernsehsender BNNVARA zufolge 125 Migranten zusammen mit 125 Studenten. Durch die gemeinsame Unterbringung sollte der Integrationsprozess erleichtert werden. Der Sender berichtet unter Berufung auf einige der Studenten, dass es zu Belästigungen, sexuellen Übergriffen und Gruppenvergewaltigungen gekommen sein soll. Eine Studentin erklärte, sie sei von einem Migranten auf sein Zimmer eingeladen worden, um einen Film zu schauen. Dort habe er sie schließlich vergewaltigt. „Er wollte Niederländisch lernen. Ich wollte ihm helfen“, sagte die Frau demnach. Besonders brisant: Obwohl die Frau den Fall 2019 zur Anzeige gebracht haben soll, sei nichts weiter von den Behörden unternommen worden. Erst als sich die Berichte über sein Fehlverhalten mehrten, sei er festgenommen worden. 2024 sei er schließlich wegen Vergewaltigung in zwei Fällen zu einer Haftstrafe von drei Jahren verurteilt worden. Eine andere Bewohnerin berichtet, sie habe regelmäßig Auseinandersetzungen und Gewaltvorfälle auf den Fluren und in den Gemeinschaftsräumen des Wohnheims erlebt. Ein Student sagte dem Sender, er sei mit einem Küchenmesser bedroht worden. Carolien de Heer, Bezirksvorsitzende des Ostbezirks von Amsterdam, erklärte, es sei aus Mangel an Beweisen rechtlich oftmals schwierig, mutmaßliche Straftäter aus dem Wohnblock zu bekommen. „Man stößt immer wieder auf dieselben Hindernisse“, erklärte sie. Das niederländische Fernsehen berichtet auch darüber, dass die Betreiberfirma des Wohnkomplexes vermutete, dass eine Gruppenvergewaltigung in ihrem Gebäude stattgefunden habe. Die Polizei teilte der Zeitung „De Telegraaf“ mit, dass ihr keine Gruppenvergewaltigungen auf dem Gelände bekannt seien. Allerdings hätten die Behörden insgesamt sieben Fälle von sexuellen Übergriffen registriert. Der Wohnkomplex soll 2018 eröffnet worden sein. Die Betreibergesellschaft wollte ihn wohl 2023 bereits schließen, doch die lokalen Behörden hätten das abgelehnt. Nach Ablauf des Vertrages zwischen Stadt und Betreibern soll das Wohnheim stattdessen 2028 geschlossen werden.