Welt 17.01.2026
06:10 Uhr

Verschwundener Achtjähriger gefunden – Polizei hatte den richtigen Verdacht


Zwei Tage war ein Achtjähriger aus Frankfurt am Main vermisst. Polizisten suchen mit einem Großaufgebot nach dem Jungen. Eine Theorie der Ermittler bestätigte sich am Freitagabend – der Junge ist wieder aufgetaucht.

Verschwundener Achtjähriger gefunden – Polizei hatte den richtigen Verdacht

Ein seit Mittwoch vermisster achtjähriger Junge aus Frankfurt am Main ist bei seiner Mutter in einem Wohnhaus im südhessischen Heppenheim gefunden worden. Der polizeilichen Fahndungsmaßnahmen seien erfolgreich gewesen: Der acht Jahre alte Noah sei am späten Freitagabend unversehrt gefunden worden, teilte die Frankfurter Polizei mit. Er sei bei seiner Mutter gewesen, die in dem Heppenheimer Wohnhaus bei einem Bekannten untergekommen sei. Bereits am Freitagvormittag hatten die Ermittler mitgeteilt, dass sich in den Ermittlungen die Hinweise auf die Familie des Jungen verdichtet hätten. Die Mutter ist nach Angaben der Polizei derzeit nicht sorgeberechtigt. Die Polizei gab den Jungen daher in die Obhut des Jugendamtes. Die Mutter durfte „nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen“ nach Hause zurückkehren. Der Junge hat zuletzt nicht bei seiner Familie gelebt. Die Stadt Frankfurt habe ihn im Herbst 2025 auf richterlichen Beschluss hin in Obhut genommen, teilte ein Sprecher des Sozialdezernats auf Anfrage mit. Eine Inobhutnahme ist die vorübergehende Unterbringung in einem Heim oder einer Pflegefamilie. Das Jugendamt ordnet dies an, um das Kindeswohl sicherzustellen. Noah war seit Mittwochmorgen verschwunden Der Achtjährige war seit Mittwochmorgen vermisst worden. Den Ermittlungen zufolge wurde er gegen 8 Uhr mit seinem Ranzen vor seiner Schule im Bahnhofsviertel abgesetzt. Jedoch betrat er das Gelände der Förderschule danach nicht. Daraufhin begann eine umfangreiche Suchaktion nach dem Kind. Laut Polizei wurden schon am Mittwoch die Schule und bekannte Anlaufstellen des Jungen abgesucht. Auch wurden Videoaufzeichnungen aus der Nähe der Schule ausgewertet. Zusätzlich wurden Bilder des Kinds in die Videoanlage im Bahnhofsviertel für eine sogenannte KI-gestützte Echtzeitfernidentifizierung eingespeist. Bei der Auswertung der Ermittlungsergebnisse sei ein Bild des Achtjährigen gespeichert worden, das ihn wahrscheinlich nach seinem Verschwinden zeigte. In der Nähe der Schule wurde am Donnerstag der Ranzen des Jungen gefunden. Zudem gab es mehrere Hinweise aus der Bevölkerung, die aber zunächst kein konkretes Ergebnis brachten. „Es hängen ja überall Kameras“, sagte ein Polizeisprecher am Freitagmorgen. Es gebe aber auch fragwürdige Hinweise, etwa von Bürgern, „die sich als Medium empfinden“. An dem großangelegten Sucheinsatz, der sich auf das Rhein-Main-Gebiet konzentrierte, waren auch ein Polizeihubschrauber und die Wasserschutzpolizei beteiligt. Eine private Initiative unterstützte die Polizei mit ihren eigenen Hunden.